Ärzteprotest Einigung im Tarifstreit nicht in Sicht
Würzburg - Der Chef der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Frank Ulrich Montgomery, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er sei vom Vorsitzenden der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), dem niedersächsischen Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), um ein "Grundsatzgespräch auf Spitzenebene" gebeten worden. Demnach habe Möllring ihm mitgeteilt, das alles bisher in den Verhandlungen besprochene "so nicht geht".
Von der für Dienstag angesetzten vierten Verhandlungsrunde in Köln sei deshalb kein Ergebnis zu erwarten, sagte Montgomery. Ursprünglich war von der Runde der Durchbruch im Tarifstreit erwartet worden. Montgomery kündigte an, dass er an dem Spitzengespräch teilnehmen wolle. Es gebe dafür jedoch noch keinen Termin.
Gleichzeitig werde der Marburger Bund die Streiks an den Uni-Kliniken deutlich ausweiten. An immer mehr Unikliniken werde nun wochenweise und nicht mehr wie bisher an einzelnen Tagen gestreikt und damit nur ein Notdienst angeboten. Er gehe davon aus, dass nun "weit bis nach Ende Mai" gestreikt werde, sagte Montgomery. Die Warnstreiks dauern seit März an.
Noch am Dienstagmorgen hatte sich die Gewerkschaft vor der vierten Runde der Tarifverhandlungen für die Ärzte an Universitätskliniken und psychiatrischen Landeskrankenhäusern kompromissbereit gezeigt. Zwar fordere man immer noch 30 Prozent mehr Lohn, jedoch sei man auch zu Zugeständnissen bereit, hieß es. Die Spanne für Lohnsteigerungen liege zwischen sieben und 20 Prozent.
Die Tarifkommission der Länder und der Marburger Bund hatten sich am Wochenende nach 26-stündigen Verhandlungen in München nicht auf einen Tarifvertrag einigen können. Am Montag hatte der Marburger Bund die Streiks daraufhin abermals ausgeweitet.
ank/ddp/dpa/AFP