Ärztestreik: Geheimtreffen der Verhandlungsführer - DER SPIEGEL
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Ärztestreik Geheimtreffen der Verhandlungsführer

In den festgefahrenen Tarifkonflikt der Uniklinik-Ärzte ist Bewegung gekommen. Laut Verhandlungskreisen sollen bei einem Geheimtreffen neue Lösungsmöglichkeiten ausgelotet werden. Zuvor hatte der Marburger Bund erneut Streiks angekündigt.
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Hannover/Berlin - Das Finanzministerium in Hannover bestätigte, dass für heute ein Treffen anberaumt sei. Der Sprecher nannte aber weder Treffpunkt noch genauen Zeitpunkt. Den Informationen aus Verhandlungskreisen zufolge wollen der Verhandlungsführer der Länder, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), und der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB), Frank Ulrich Montgomery, sondieren, wie sich der Streit beilegen lasse.

Der Marburger Bund hatte zuvor die Tarifverhandlungen für 70.000 Ärzte an kommunalen Kliniken abgebrochen. Der Verband hatte angekündigt, seine Forderungen mit einem Streik durchsetzen zu wollen. Gewerkschaftschef Montgomery sagte der Nachrichtenagentur AP, dass es in der kommenden Woche zu ersten Warnstreiks in den kommunalen Häusern kommen könnte.

Bereits am Montag werde sich das Assistenzsprechergremium treffen, Mitte oder Ende der kommenden Woche die Große Tarifkommission. Laut Montgomery ist eine Zustimmung der Tarifkommission zum Arbeitskampf so gut wie sicher. Bereits in der übernächsten Woche - also mitten in der WM - könne regulär auch an den städtischen Krankenhäusern gestreikt werden. "Der Frust bei den Leuten ist unbeschreiblich", sagte Montgomery über die Stimmung bei den Ärzten.

Schon seit Monaten streiken Ärzte an Unikliniken und an Krankenhäusern, die in der Trägerschaft der Länder sind. Der Marburger Bund will einen eigenen Tarifabschluss für die rund 22.000 Mediziner an Uni- und Landeskliniken erreichen. Er fordert 30 Prozent höhere Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen. Die Verhandlungsführer der Länder wiederum bestehen darauf, dass die Ärzte einen zuvor mit ver.di ausgehandelten Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst akzeptieren. Diesem Abschluss zufolge sollen Uni-Ärzte 23 Prozent mehr verdienen.

str/dpa/AP