Affären Teure Kooperation
Düsseldorf - Deren Verteidiger pochen darauf, dass der Aufsichtsrat bei der Genehmigung der millionenschweren Abfindungen seinen "Ermessensspielraum" nicht überschritten habe, und untermauern dies mit Gutachten namhafter Rechtsexperten wie Theodor Baums.
Darum, eröffneten die Ermittler kürzlich den Verteidigern, gehe es aber gar nicht. Die Abfindungen für Ex-Konzernchef Klaus Esser und Kollegen seien keine Prämien für Leistungen, die mit anderen Managergehältern verglichen werden könnten. Vielmehr handele es sich um Prämien für kooperatives Mitwirken bei der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone. Die Aufsichtsratsbeschlüsse, hielten die Ermittler den Verteidigern nach deren eigenen Schriftsätzen vor, seien somit nicht im Interesse des Unternehmens, sondern ausschließlich im Interesse der Begünstigten erfolgt.
Insgesamt flossen nach der Übernahme von Mannesmann rund 250 Millionen Mark an Prämien und Abfindungen an Manager und Pensionäre. Außerdem haben die Ermittler Belege für Zahlungen in dreistelliger Millionenhöhe an ehemalige Orange-Manager gefunden.
Mannesmann hatte die britische Handy-Firma kurz vor der eigenen Übernahme gekauft und dem Orange-Management horrende Treueprämien gezahlt: Für nur "sechs Monate Verbleib im Unternehmen", heißt es in einem internen Papier, wurden den Vorstandsmitgliedern "Hans Snook 32 Millionen Mark, Graham Howe 17,5 Millionen Mark und Colin Tucker 6,5 Millionen Mark gewährt". Für einen "anschließenden Zeitraum von 18 Monaten" erhielt Snook weitere 16 Millionen und Howe noch mal 9 Millionen Mark. Ob auch in diesem Fall ermittelt werden soll, ist noch offen.