Agfa: Abschied vom Film - DER SPIEGEL
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Agfa Abschied vom Film

Trotz gutem Ergebnis erwägt Agfa die Abgabe des Filmgeschäfts. Die Schwerpunkte des Unternehmens liegen inzwischen woanders.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Leverkusen - Europas Bildtechnik-Spezialist Agfa schließt nach dem Umbau des Unternehmens einen Teilverkauf der Filmsparte nicht aus. Der Film sei nach den Worten von Vorstandschef Klaus Seeger kein Kerngeschäft mehr der Agfa-Gevaert-Gruppe. Eine Konsequenz daraus könnte sein: Agfa gibt die unternehmerische Führung seines Filmbereichs ab. Seeger wollte keinen Kommentar zu der Frage abgeben, ob der japanische Konica-Konzern ein Interesse signalisiert habe. Andere potentielle Interessenten wie die Weltmarktführer Kodak oder Fuji müssten erst kartellrechtliche Hürden nehmen.

Die Filmsparte wird in diesem Jahr das beste Ergebnis aller Zeiten erzielen. Den Gewinn will das Unternehmen überwiegend zum Ausbau der digitalen Systeme nutzen. Agfa hat nach eigenen Angaben im Geschäft mit Kleinbildfilmen einen Weltmarktanteil von gut zehn Prozent. In Deutschland werde mehr als jeder dritte verkaufte Film von Agfa oder unter fremdem Namen produziert. Die Filmsparte erzielt rund 400 Millionen Euro Umsatz - knapp zehn Prozent des Konzerumsatzes. Agfa hat sich in letzter Zeit vor allem einen Namen mit grafischen Systemen gemacht und hat sich vom Einzelprodukt- zum Komplettanbieter gewandelt.