Airbus A380 Werke streiten über Schuld beim Zeitverzug
München/Hamburg - Ursprünglich sei geplant gewesen, die Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland in diesem Jahr um weit über 1000 aufzustocken, sagte Betriebsratschef Horst Niehus der "Abendzeitung". "Das wird sich verzögern." Ähnliches gelte auch für Airbus in Frankreich. Den genauen Fahrplan für die Beschäftigungsentwicklung würden Betriebsrat und Konzern in ein bis zwei Wochen vorlegen.
Airbus hatte Verzögerungen bei der Auslieferung des Großraum-Fliegers um zwei bis sechs Monate eingeräumt. Wegen der Probleme in der Produktion müssten die Beschäftigten des A380-Programms wahrscheinlich zunächst ihre Arbeitszeitkonten herunterfahren, sagte Niehus der Zeitung und gab zugleich den Airbus-Kunden eine Mitschuld an den zeitlichen Problemen. Viele hätten ihre Wünsche bezüglich der Ausstattung der Flieger viel zu spät angemeldet.
Die Deutsche Airbus hat unterdessen die Verantwortung ihres Hamburger Werkes für die Verzögerungen zurückgewiesen. "Das stimmt so nicht", sagte Deutsche Airbus-Sprecher Arndt Hellmann zu einem entsprechenden Bericht der "International Herald Tribune". "Wir haben unsere Rümpfe termingerecht an Toulouse geliefert". Es bestehe auch kein Zusammenhang mit den Problemen beim Ausbau der Start- und Landebahn in Hamburg. "Die Auslieferung, die zunächst ohnehin in Toulouse erfolgt, ist davon nicht betroffen", sagte Hellmann.
Die Zeitung hatte von Vorwürfen berichtet, das Airbus im Werk Finkenwerder habe unvollständige Rumpfkomponenten an das Werk in Toulouse geliefert, was zeitaufwändige Nacharbeiten erforderlich gemacht habe.