Airbus: Auftragsboom schafft Arbeitsplätze - DER SPIEGEL
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Airbus Auftragsboom schafft Arbeitsplätze

Airbus kann sich über einen wahren Auftragsboom freuen. Um der hohen Nachfrage Herr zu werden, will der Flugzeugbauer in diesem Jahr fast 1600 neue Mitarbeiter einstellen.
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Hamburg - "Wir müssen den hohen Auftragsbestand und den geplanten Hochlauf in unserer Produktion personell bewältigen können", sagte Hans-Joachim Gante, der Vorsitzende der Geschäftsführung von EADS Airbus, am Montag in Hamburg. Daher werde die Stammbelegschaft von weniger als 15.000 auf mehr als 16.500 aufgestockt.

Etwa zwei Drittel der neuen Arbeitsplätze entstehen in Hamburg, dem wichtigsten deutschen Airbus-Standort. "Damit beschäftigen wir in Hamburg am Jahresende 8500 bis 8600 Menschen, so viele wie nie zuvor", erklärte der Airbus-Chef. Doch auch die übrigen Standorte, überwiegend in Norddeutschland, werden kräftig aufgestockt. Auch in den nächsten Jahren sollen beim Airbus neue Arbeitsplätze entstehen. "Ende des Jahres reden wir über den Bedarf für 2002 und dann für 2003", sagte der Airbus-Betriebsratsvorsitzende Peter Zimmermann.

Airbus-Chef Gante machte jedoch deutlich, dass die alte Airbus-Personalstärke von rund 22.000 Arbeitnehmern zu Beginn der neunziger Jahre nicht wieder erreicht wird. "Wir haben ja Werke verkauft und Aufgaben nach außerhalb verlagert", sagte er. Insgesamt könne Airbus in Deutschland auf rund 18.000 Arbeitsplätze kommen.

Airbus verfüge gegenwärtig über einen Auftragsbestand von mehr als 1600 Flugzeugen, mit dem die europäischen Werke rein rechnerisch fünf Jahre ausgelastet seien, sagte Gante. Deshalb werde die Produktion der kleinen Airbus-Flugzeuge von gegenwärtig 23 auf 30 Jets monatlich steigen. In Hamburg findet die Endmontage der Airbus-Typen A319 und A321 statt. Im Herbst kommt der kleinste Airbus A318 dazu, der neu im Programm ist. Die Auslieferungen ab Hamburg steigen damit von 13 auf 18 im Monat bis Ende 2002.

Der geplante Großraum-Airbus A380, mit dessen Produktion im Jahr 2003 begonnen werden soll, hat noch nicht entscheidend zum Aufbau der Arbeitsplätze beigetragen. Nach Gantes Worten arbeiten zur Zeit rund 400 Mitarbeiter in Deutschland an dem Projekt, weitere 350 kommen im Laufe des Jahres dazu. Der A380 werde mindestens die in Aussicht gestellten 2000 Arbeitsplätze bringen, betonte der Airbus-Chef. Die Zahl war von Airbus-Gegnern immer wieder in Frage gestellt worden.

Unterdessen hat Lufthansa-Chef Jürgen Weber eine Entscheidung über den Kauf des Großraumflugzeugs A380 von einer Lösung des Tarifkonflikts mit den Lufthansa-Piloten abhängig gemacht. Generell wolle die Lufthansa die Entscheidung über den Kauf des neuen Flugzeugs möglichst im ersten Halbjahr 2001 fällen, sagte Weber am Montag in Washington. "Allerdings werden wir eine derartig kostenträchtige Entscheidung nicht treffen, bevor nicht alle Tarifkonflikte bei der Lufthansa gelöst sind." Bisher habe er dem Aufsichtsrat der Gesellschaft noch keine Empfehlung zum Kauf des 500 Millionen Mark teuren Großraumflugzeugs vorgelegt.

Weber dementierte damit frühere Zeitungsberichte, wonach die Lufthansa zehn Airbus A380 fest bestellen wolle und für weitere 15 Maschinen Optionen zeichnen werde. In Unternehmenskreisen hieß es allerdings in Washington, die Lufthansa ziehe grundsätzlich den A380 dem konkurrierenden Großraumflieger Boeing 747X vor. Airbus will die ersten Maschinen vom Typ A380 im Jahr 2006 ausliefern.

Das Lufthansa-Management streitet derzeit mit den rund 4000 Piloten der Gesellschaft über eine neuen Tarifvertrag. Die Piloten fordern Gehaltsverbessungen von bis zu 80 Prozent. Mit dem sonstigen Personal der Lufthansa und deren Gewerkschaft Verdi hatte sich das Management am Wochenende bereits auf einen Tarifvertrag verständigt.