Airbus-Bauer EADS Vorstoß in Boeings Stammland
Amsterdam/Paris - Die beiden EADS-Chefs strotzten bei der Pressekonferenz in Paris vor Zuversicht. "Wir befinden uns nun am Wendepunkt und erwarten mittelfristig stärkeres Wachstum", sagten der Franzose Philippe Camus und der Deutsche Rainer Hertrich. Obwohl die Krise im Fluggeschäft noch andauert, hat der europäische Rüstungskonzern schon jetzt die Gewinnschwelle wieder erreicht.
Beim operativen Gewinn schnitt EADS besser ab als erwartet. Mit 1,54 Milliarden Euro lag der Vorsteuergewinn (Ebit) über den prognostizierten 1,4 Milliarden Euro und um acht Prozent über dem Wert von 2002. Der Umsatz ist mit 30,1 Milliarden Euro im Vergleich zu 29,9 Milliarden Euro im Vorjahr geringfügig gestiegen.
Wenn nur die Raketen nicht wären
Die Gewinnzuwächse resultieren zum einen aus dem Erfolg der Tochter Airbus. Das Verteidigungsgeschäft hat den Gewinnbeitrag unter anderem durch die Sparte Militärflugzeuge und Lenkflugkörper gesteigert. Die Tochter Eurocopter arbeitet profitabler als bisher. Auch der Geschäftsbereich Militärische Transportflugzeuge hat dank erster Zahlungen für das Modell A400M Gewinne geschrieben. Probleme macht weiter die Raumfahrtsparte. Sie hat ihre Verluste ausgebaut und vor allem auf Grund dreistelliger Restrukturierungskosten ein Ebit von minus 400 Millionen Euro erzielt.
Airbus hatte 2003 erstmals mehr Maschinen als der Erzrivale Boeing ausgeliefert und die Amerikaner damit als Weltmarktführer bei zivilen Maschinen abgelöst.
Ein von EADS geführtes Konsortium konnte im Januar einen spektakulären Erfolg gegen Boeing verzeichnen und sich im Bieterstreit um einen milliardenschweren Tankflugzeug-Auftrag der britischen Luftwaffe das Recht exklusiver Verhandlungen sichern. Damit stoßen die Europäer in einen Wachstumsmarkt vor, der bisher monopolartig von den Amerikanern dominiert wird.