Airbus-Bilanz Üppiger Profit, vorsichtiger Ausblick
London/Paris - So mitleidslos können Börsianer sein: Obwohl der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS im vergangenen Jahr erneut ein Rekordergebnis erwirtschaftet und die eigenen Prognosen noch übertroffen hat, äußerten sich Analysten am Morgen ambivalent. Die Zahlen für 2005 seien zwar gut, sagte ein Londoner Analyst. Die Margen bei Airbus entwickelten sich jedoch enttäuschend - und auch der Ausblick sei "wenig überzeugend".
EADS hatte 2005 34,2 Milliarden Euro umgesetzt, ein Plus von acht Prozent zum Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) und Goodwill-Wertminderungen sowie außerordentlichen Posten kletterte um 17 Prozent auf 2,85 Milliarden Euro. Noch im Januar hatte EADS ein Ebit in Höhe von 2,75 Milliarden Euro prognostiziert.
Mehr Auslieferungen bei Airbus, aber weniger Bestellungen
"Die EADS hat ihr bislang bestes Ergebnis erzielt und ihr weltweites Wachstum eindrucksvoll fortgesetzt", erklärten die beiden Vorstandsvorsitzenden Thomas Enders und Noël Forgeard. Ergebnisstütze sei vor allem die Tochter Airbus gewesen, aber auch die anhaltend hohen Umsätze und Gewinne im Raumfahrt- und Verteidigungsgeschäft hätten für den Zuwachs gesorgt, teilte das Unternehmen in Paris mit. EADS kündigte dank der Ergebnissteigerung eine Dividendenerhöhung um 30 Prozent auf 0,65 Euro je Aktie an.
Prall gefüllt waren die Auftragsbücher: So legte der Ordereingang von 44,1 auf 92,6 Milliarden Euro und damit auf mehr als das Doppelte zu. Der Auftragsbestand erreichte zum Jahresende einen Rekordwert von 253,2 Milliarden Euro. Dabei werden allerdings die Beiträge aus dem zivilen Flugzeuggeschäft auf Listenpreisen basierend berechnet. EADS verfügt nach eigenen Angaben weiterhin über den weltweit höchsten Auftragsbestand in der Luftfahrt-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie.
Den für 2006 prognostizierten konzernweiten Umsatzanstieg begründete EADS vor allem mit steigenden Auslieferungen beim Flugzeugbauer Airbus, aber auch mit Umsatzsteigerungen im Verteidigungsgeschäft. Bei der Tochter Airbus rechnet EADS im laufenden Jahr mit einer Zunahme der Auslieferungen um mindestens zehn Prozent. Die Zahl der Neubestellungen dürfte aber deutlich hinter dem Rekordjahr 2005 zurückbleiben.
Als Risikofaktoren nannten Forgeard und Enders den schwachen Dollar und den härter werdenden Wettbewerb in der zivilen Luftfahrt. Der Gewinn im vierten Quartal ist denn auch bereits hinter dem des Vorjahreszeitraumes zurück geblieben. Als Gründe nannte EADS Währungseffekte und höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung.
itz/dpa-AFX/dpa/AP