Airbus: Bundesregierung stellt sich hinter Sanierungsplan - DER SPIEGEL
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Airbus Bundesregierung stellt sich hinter Sanierungsplan

In Deutschland gehen 3700 Arbeitsplätze verloren, doch die Bundesregierung ist zufrieden: Das Sanierungsprogramm beim Flugzeugkonzern Airbus sei "ausgewogen", sagt Kanzlerin Angela Merkel. Kritik kommt dagegen von den Ministerpräsidenten der betroffenen Länder.
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Berlin - Das Airbus-Sanierungsprogramm sei "eine gute Grundlage, weil die Lastenverteilung ausgewogen ist", sagte Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) in Berlin. Er habe nicht den Eindruck, dass die deutsche Seite mit den Beschlüssen "über den Tisch gezogen" werde. Nun komme es auf die schnelle Umsetzung der Beschlüsse an, damit das Unternehmen wieder uneingeschränkt handlungsfähig sein könne.

Wie Airbus heute bekannt gegeben hatte, werden im Rahmen des Sparprogramms "Power 8" in Deutschland 3700 Stellen gestrichen und die Werke in Varel und Laupheim möglicherweise verkauft. Für das Werk in Nordenham soll ein Partner gesucht werden. Des Weiteren soll die Fertigung des Langstreckenflugzeugs A350 in Frankreich erfolgen. Der A320 soll dagegen in Deutschland gebaut werden. Diese Entscheidung bezeichnete Glos als einen "fairen Ausgleich zwischen Deutschland und Frankreich".

Auch nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist das Sanierungskonzept ausgewogen. Der Bundesregierung sei es immer um eine gleiche Verteilung von Chancen und Lasten zwischen Deutschland und Frankreich gegangen. Nach einer ersten Beurteilung sei dieses Ziel erreicht, sagte Merkel heute in Berlin. Die schweren Einschnitte für die Menschen bedauere sie.

Anders sieht es allerdings in den Bundesländern aus. So trifft "Power 8" vor allem Niedersachsen hart - sowohl Varel als auch Nordenham liegen in dem Bundesland. Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) will sich deshalb weiterhin gegen den Verkauf von Airbus-Werken wehren. "Die Herauslösung von Standorten aus dem Konzernverbund findet unseren Widerstand", sagte er in Hannover. "Wir werden jetzt mit den Betriebsräten sprechen und mit der Konzernleitung um das Sanierungsprogramm ringen." Die Sanierungspläne von EADS seien Vorgaben des Managements und keine abschließenden Entscheidungen, sagte Wulff.

Ähnliches war aus Baden-Württemberg zu hören. Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) übte heftige Kritik am geplanten Verkauf des Airbus-Werks in Laupheim. "Wir erwarten nun vom Management in den nächsten Tagen eine schlüssige und tragfähige Erläuterung ihrer Gründe für eine angeblich zwingende Abgabe des Werkes." Die Landesregierung werde alles dafür tun, um zu einer zukunftsfähigen Lösung beizutragen.

Besser ist die Stimmung dagegen in Hamburg. Bürgermeister Ole von Beust (CDU) sieht den Standort durch das Sparprogramm sogar gestärkt - zumindest mittel- bis langfristig. Trotz der schmerzhaften Einschnitte für die Mitarbeiter bleibe Hamburg an der technischen Entwicklung maßgeblich beteiligt, sagte von Beust. Nun konzentriere man sich darauf, "wie wir als Stadt die von den Kürzungen betroffenen Mitarbeiter unterstützen können". Früheren Meldungen zufolge sollen in Hamburg deutlich mehr als 1000 Stellen wegfallen. Allerdings soll eine dritte Endmontagelinie für die A320-Familie eingerichtet werden.

In Frankreich droht Airbus derweil zum Wahlkampfthema zu werden. Die Präsidentschaftskandidatin der Sozialisten, Ségolène Royal kündigte bereits an, im Falle eines Wahlsiegs das Sanierungsprogramm wieder zu stoppen. Grundsätzlichere Kritik kam dagegen vom konservativen Kandidaten Nicolas Sarkozy. "Das größte Problem bei EADS ist die Aktionärsstruktur", sagte er in Paris. "Staaten sind nicht unbedingt die besten Aktionäre."

wal/dpa/Reuters/AP/AFP/ddp