Airbus-Krise: A380 wird noch später ausgeliefert - DER SPIEGEL
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Airbus-Krise A380 wird noch später ausgeliefert

Airbus hat die Auslieferung des A380 zum dritten Mal spürbar verschoben. Die Firma muss jetzt mit der Abwanderung von Kunden und weiteren Konventionalstrafen rechnen. Die Airbus-Standorte Hamburg und Toulouse fürchten Produktionsverlagerungen.
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Paris/Frankfurt - Die Fluggesellschaft Emirates teilte am Dienstag mit, sie werde den A380 für 555 Passagiere zehn Monate später erhalten als bisher geplant. Damit addieren sich die Verzögerungen für den mit 43 Bestellungen weitaus größten A380-Kunden auf 22 Monate.

Emirates erwägt nun, auf andere Modelle auszuweichen. "Das ist ein sehr großes Problem für Emirates und die Fluggesellschaft prüft jetzt alle Optionen", erklärte Konzernchef Tim Clark. Statt im Oktober 2007 wird Emirates seinen ersten A380 erst im August 2008 erhalten. Airbus hatte den Kunden einen neuen Auslieferungsplan übermittelt, der am Freitag vom Verwaltungsrat der Konzernmutter EADS beschlossen worden war. Die Deutsche Lufthansa und Air France wollten die Verzögerungen nicht beziffern. Auch Virgin Atlantic Airways ist von der Verzögerung betroffen.

Der EADS-Verwaltungsrat wollte am Dienstag Änderungen der Airbus-Produktion beschließen, um die Produktionsprobleme beim A380 in den Griff zu bekommen und die Fertigung rentabler zu gestalten. Aus Konzernkreisen verlautete, die "top 400" Manager würden am Mittwoch über das neue Sanierungsprogramm "Power 08" informiert. Dabei geht es um Kostensenkungen im Milliardenbereich.

Der Sanierungsplan nährt Interessenkonflikte zwischen Deutschen und Franzosen. Es verdichten sich die Berichte, dass der Innenausbau des A380 aus Hamburg abgezogen und nach Toulouse verlagert wird. Der Schritt solle schon bald bekannt gegeben werden, heißt es in einem Bericht der Paris Tageszeitung "La Tribune".

Wie die Zeitung schreibt, soll das Werk in der Hansestadt zur Kompensation die Fertigung der kleineren Modellreihe A320 übernehmen. Die Hamburger Landesregierung hatte große Anstrengungen unternommen, um einen Teil des insgesamt 12 Milliarden Euro teuren A380-Programms in der Hansestadt zu bekommen.

An beiden Hauptstandorten regt sich gegen die Entwicklung Widerstand. Für Hamburgs Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU) wäre eine Verlagerung der A380-Fertigung betriebswirtschaftlich Unsinn. In Toulouse fürchtet man dagegen den Verlust des A320. Die A320- Familie habe 2005 zwischen 80 und 90 Prozent der Bestellungen ausgemacht und sei der Goldesel von Airbus. Ein Tausch A380 gegen A320 "würde das Pulver entzünden und das deutsch-französische Gleichgewicht zerschlagen", warnt die Gewerkschaft CGT.

cai/dpa/reuters