Airbus-Krise: EADS-Gewinn bricht ein - DER SPIEGEL
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Airbus-Krise EADS-Gewinn bricht ein

Zur Luftfahrtkrise und Dollarschwäche kommen hausgemachte Probleme: Die Schieflage des Flugzeugherstellers Airbus macht dem Luft- und Raumfahrtkonzern EADS schwer zu schaffen. Im ersten Halbjahr sank der Gewinn um mehr als 20 Prozent. Dennoch hält der Konzern an der Prognose für das Gesamtjahr fest.
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Berlin - Die Luftfahrtkrise und explodierende Kosten für seine Prestigeobjekte haben dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS die Geschäfte vermiest. Die Marktlage sei weiter instabil, erklärte EADS am Dienstag bei Vorlage des Zwischenberichts zum ersten Halbjahr. Der anhaltend schwache Dollar und die Pannenserie bei dem Militärtransporter A400M machte dem Unternehmen auch im ersten Halbjahr schwer zu schaffen. Der operative Gewinn ging von Januar bis Juni um 23 Prozent auf 888 Millionen Euro zurück.

A320-Produktion in China: Hausgemachte Problem

A320-Produktion in China: Hausgemachte Problem

Foto: LIU JIN/ AFP

Allein im zweiten Quartal kostete der A400M den Konzern weitere 71 Millionen Euro. "In den kommenden Perioden wird das A400M-Programm je nach Entwicklungsfortschritt und Verhandlungsausgang möglicherweise noch wesentliche Ergebnisbelastungen verursachen", teilte EADS mit.

Die Verteidigungsminister der sieben A400M-Abnehmerstaaten - Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Belgien, Luxemburg und die Türkei - hatten sich am Freitag darauf geeinigt, das Programm trotz der immensen Verspätung fortzuführen. Bis Jahresende stehen nun Nachverhandlungen mit EADS an. Der A400M hat mindestens drei Jahre Verspätung. Während die erste Maschine ursprünglich Ende dieses Jahres ausgeliefert werden sollte, ist das Transportflugzeug bislang nicht einmal zum Erstflug gestartet. Das volle Ausmaß der finanziellen Auswirkungen für EADS wird erst nach Abschluss der Verhandlungen feststehen. Ein Datum für den Erstflug nannte der Konzern nicht. Deutschland ist mit 60 bestellten Flugzeugen der größte Abnehmer.

Problemfälle bei Airbus

Aber auch der Airbus A380 verursacht weitere Kosten. Sie seien "noch höher als erwartet", hieß es im Zwischenbericht. 14 Großraumflugzeuge sollen in diesem Jahr ausgeliefert werden. Da bisher erst wenige A380-Maschinen an die Kunden übergeben wurden und Preise im allgemeinen zurückgingen, legte der EADS-Umsatz im ersten Halbjahr nur leicht um zwei Prozent auf 20,2 Milliarden Euro zu. Netto blieb ein Gewinn von 378 Millionen Euro, sechs Prozent weniger als im Vorjahr.

Für die zweite Jahreshälfte rechnet EADS damit, dass das operative Ergebnis vor Einmaleffekten zwar positiv, aber geringer ausfällt als in den ersten sechs Monaten. Auf Grundlage eines Dollarkurses von 1,39 Euro sollte der Umsatz im Gesamtjahr in etwa auf dem Niveau von 2008 - rund 43 Milliarden Euro - liegen. Die rückläufige Entwicklung in der Luftfahrt sei inzwischen gestoppt beziehungsweise sogar ein leichter Aufwärtstrend erkennbar, erklärte EADS. Die Fluggesellschaften stünden in der Weltwirtschaftskrise aber immer noch unter Druck. Sie halten sich mit Bestellungen zurück oder haben Schwierigkeiten ihre georderten Maschinen zu finanzieren.

mik/Reuters/AFP

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