Airbus-Krise: Interview-Verbot für Forgeard - DER SPIEGEL
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Airbus-Krise Interview-Verbot für Forgeard

Der Co-Chef von EADS, Noël Forgeard, ist angeblich mit einem Interview-Verbot belegt worden. Zuvor hatte er das Hamburger Airbus-Werk wegen der erneuten Verzögerung beim Riesen-Jet A380 heftig angegriffen.
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London - Das Interview-Verbot hätten die beiden Co-Aufsichtsratschefs Arnaud Lagardère und Manfred Bischoff verfügt, berichtete die Londoner Wirtschaftszeitung "Financial Times" heute ohne nähere Quellenangabe.

Forgeard hatte in einem Interview für die erneute Verzögerung beim A380-Programm einige Produktionsstätten verantwortlich gemacht, unter anderem Hamburg. So hatte er dem Radiosender Europe 1 erklärt, es gebe "eine ziemlich starke Konzentration von Problemen in Hamburg". Die Äußerungen hatten bei Airbus in Toulouse und Hamburg für Verstimmung gesorgt.

Eine baldige Ablösung Forgeards sei jedoch wenig wahrscheinlich, schreibt die Zeitung weiter unter Berufung auf EADS-Quellen. Über seine Zukunft hätten die französische Aktionärsseite - der Lagardère- Konzern und der französische Staat - zu entscheiden.

Die erneute Verzögerung von sechs bis sieben Monaten beim größten Passagierflugzeug der Welt hatte die EADS-Aktie Mitte der Woche drastisch einbrechen lassen. Es gebe Engpässe bei der Elektrik, lautete die Begründung. Die Verkabelung der A380-Innenausstattung ist Aufgabe des Hamburger Airbus-Werks.

Forgeard hatte Airbus jahrelang selbst geführt, bevor er 2005 nach einem Machtkampf die Führung des Mutterkonzerns EADS zusammen mit dem deutschen Rüstungsspezialisten Thomas Enders übernahm. Im Zusammenhang mit der A380-Verzögerung verteidigt sich Forgeard auch gegen Vorwürfe des Insider-Handels. Forgeard hatte Mitte März in großem Stil Aktienoptionen verkauft. Er und EADS betonen, zu diesem Zeitpunkt noch nichts von den neuen Problemen beim A380 gewusst zu haben.

ler/dpa