Airbus: Krisengipfel bei Merkel - DER SPIEGEL
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Airbus Krisengipfel bei Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt die Angelegenheit jetzt persönlich in die Hand: Am Freitag trifft sie sich mit den beiden EADS-Chefs Gallois und Enders, um über die zukünftige Eigentümerstruktur des Airbus-Mutterkonzerns zu sprechen.
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Berlin - Angela Merkel (CDU) werde sich am Freitag mit Louis Gallois und Thomas Enders treffen, die gemeinsam das Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen EADS   leiten. Das teilte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg mit. Der Termin sei "ein Element der notwendigen Abstimmungsgespräche mit allen Akteuren" über die künftige Gestaltung der Anteile an dem deutsch-französischen Konzern. "Das wird aber nicht das Gespräch sein, nach dem wir sagen, das ist die Lösung", fügte Steg hinzu. Derzeit werde weiterhin intensiv an einer Lösung gearbeitet.

Seit Wochen wird an Modellen für einen deutschen Staatseinstieg bei EADS gefeilt. Anlass sind die Pläne des Autokonzerns DaimlerChrysler  , der beabsichtigt, sein Aktienpaket an EADS von 22,5 Prozent auf 15 Prozent zu reduzieren. Damit droht das deutsche Gewicht bei EADS zu schrumpfen - was gerade angesichts der Krise der Tochter Airbus vermieden werden soll. Der französische Staat ist derzeit mit 15 Prozent an EADS beteiligt. Außerdem hält die französische Industriegruppe Lagardère weitere 7,5 Prozent an dem Konzern.

Vorrang habe für die Bundesregierung weiterhin eine Lösung unter Beteiligung von privaten Investoren, erklärte Steg heute. Die Commerzbank signalisierte als erste deutsche Großbank ihre Bereitschaft, sich eventuell gemeinsam mit dem Bund bei EADS engagieren zu wollen. Bank-Chef Klaus-Peter Müller sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", er wünsche sich eine industrielle Lösung bei der künftigen Gestaltung der Beteiligungen. Er sei "aber auch bereit, mich an einer anders gearteten Lösung zu beteiligen, sofern sie aus Sicht der Commerzbank konstruktiv und wirtschaftlich sinnvoll ist".

Zuvor hatte es schon Spekulationen gegeben, die Deutsche Bank  , die Commerzbank   und die US-Investmentbank Goldman Sachs   hätten der Bundesregierung zugesagt, ein verstärktes deutsches Engagement bei EADS zu unterstützen. Die Bundesregierung dementierte heute jedoch erneut, dass es bereits eine Einigung gebe. "Ich kann nicht bestätigen, dass es ein Ergebnis gibt", sagte Steg.

Das "Handelsblatt" berichtete unter Berufung auf Bankenkreise, dass sich auch die Staatsbank KfW und die Landesbanken - darunter die WestLB und die LBBW - an der indirekten Wahrung der deutschen Interessen beteiligen könnten, etwa über eine Wandelanleihe. Dem Bericht zufolge werden von der Bundesregierung neben der Wandelanleihe noch andere Modelle geprüft, bei denen EADS-Anteile bei Banken geparkt und dann am Kapitalmarkt platziert werden könnten.

ase/AFP/ddp/AP

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