Airbus Milliarden-Order vom blauen Billigflieger
New York - Während Ryanair oder SouthWest Airlines ihre Flugzeuge traditionell bei Boeing beziehen, war JetBlue die erste große Billigfluglinie, die ihre Maschinen in Europa kaufte. Nun will die US-Gesellschaft ihre Flotte massiv ausbauen und hat deshalb 65 Airbus- Maschinen vom Typ A320 bestellt. Darüber hinaus hält sie eine Option über 50 weitere Maschinen dieses Typs. Die US-Wirtschaftsagentur Bloomberg bezifferte den Auftragswert bei einer Lieferung von 115 Flugzeugen auf 6,4 Milliarden Dollar.
Die neuen Maschinen sollen von 2004 bis 2010 ausgeliefert werden. JetBlue hat bisher 41 dieser Maschinen im Einsatz. Das Unternehmen hatte zuvor schon weitere 46 A320-Maschinen fest bestellt. Mit dem jetzigen Neuauftrag könnten bis 2012 insgesamt 202 A320-Flugzeuge bei JetBlue im Einsatz sein, so die Gesellschaft.
JetBlue-Chef David Neeleman will "durch ein kontrolliertes Wachstum mit sicheren, wirtschaftlichen und komfortablen Flugzeugen" expandieren. "JetBlue demonstriert mit diesem Auftrag, dass Airlines mit den richtigen Leuten, dem richtigen Produkt und der richtigen Kostenstruktur selbst in diesem gegenwärtig herausfordernden Umfeld wachsen können", betonte Airbus-Chef Noel Forgeard.
JetBlue hatte erst im Februar 2000 den Flugdienst aufgenommen. Das Unternehmen fliegt auf amerikanischen Strecken und nach Puerto Rico und hat bisher mehr als zwölf Millionen Passagiere befördert. Während bei den großen amerikanische Fluggesellschaften wie American und United während der schlimmsten Krise der US-Luftfahrtgeschichte Milliardenverluste anfallen, verdienen Billigfluglinien wie JetBlue und SouthWest hervorragend.
JetBlue hat im ersten Quartal 2003 seinen Umsatz gegenüber dem entsprechenden Vorjahresabschnitt um 62,8 Prozent auf 217,1 Millionen Dollar erhöht, teilte die Gesellschaft ebenfalls am Donnerstag mit. Der Gewinn stieg auf 17,4 (Vorjahr: 13) Millionen Dollar oder 25 (23) Cent je Aktie. Das Unternehmen hat knapp 5000 Beschäftigte. Die Auslastung der Flugzeuge betrug im Januar-März-Abschnitt 98,8 Prozent.
Der europäische Flugzeugbauer will in diesem Jahr 300 Maschinen produzieren und damit erstmals den US-Rivalen Boeing überflügeln. Dank eines Auftrags des europäischen Blilligfliegers easyJet kletterte die Zahl der Bestellungen für die erfolgreiche A320-Familie auf über 3000. Nach Pariser Regierungsangaben könnte Airbus noch in dieser Woche aus China einen weiteren Auftrag über 30 A320 erhalten. Demnach will Southern Airlines anlässlich des China-Besuchs von Premierminister Jean-Pierre Raffarin die Verträge unterzeichnen.