Airbus-Sanierung: Sparprogramm "Power 08" - DER SPIEGEL
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Airbus-Sanierung Sparprogramm "Power 08"

Schon am Montag oder Dienstag wird der Aufsichtsrat der Airbus-Mutterfirma EADS voraussichtlich seine Krisengespräche fortsetzen. Nach Gewerkschaftsinformationen plant der Konzern, mehre Milliarden Euro in der Produktion einzusparen.
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Paris/Hamburg/Berlin - Es gehe bei den Gesprächen im Aufsichtsrat unter anderem darum, die finanziellen Folgen der "großen Krise" um den neuen Airbus A380 zu prüfen, schreibt der Pariser "Figaro". Das Gremium hatte dies bereits am Freitag erörtert und mitgeteilt, die Lage bei der Tochter Airbus werde "in der nahen Zukunft" erneut besprochen. Laut "Figaro" plant der Flugzeugbauer mit seinen 17 Produktionsstätten in Europa nicht, dort Arbeitsplätze abzubauen.

Am Montag soll nach unbestätigten Informationen das Airbus-Management über eine Reform der Fertigung informiert werden. Dabei geht es nicht nur um den A380, sondern um die rigorose Senkung der gesamten Produktionskosten. Nach Gewerkschaftsinformationen plant EADS für Airbus ein "Power 08" genanntes Sparprogramm, das mehrere Milliarden Euro bringen soll.

So soll allein die Beschleunigung der Flugzeugentwicklung von acht auf sechs Jahre zwei Milliarden Euro einbringen. Bereits das seit drei Jahren laufende Programm "Route 06" hatte 1,5 Milliarden Euro Einsparungen zum Ziel gehabt.

A380-Verzögerung bringt Zulieferer in Bedrängnis

Am Freitag war unklar geblieben, ob ein neuer Zeitplan für die A380-Auslieferung beschlossen wurde. Die Fluggesellschaften erwarten dringend Aufschluss, ab wann sie mit dem A380 rechnen können, um über ihre Einsatzpläne und mögliche Alternativen entscheiden zu können. Fluggesellschaften wie Virgin Atlantic und Air France sollen erwägen, auf Boeing-Modelle auszuweichen.

Die bisher schon bekannten Verzögerungen von einem Jahr kosten EADS bereits zwei Milliarden Euro binnen vier Jahren. Zuletzt hatten sich Hinweise verdichtet, die Fertigung werde sich wegen andauernder Probleme bei der Verkabelung um weitere sechs Monate verzögern. Im Juli hatten die Fertigungsprobleme zur Ablösung des EADS-Co-Chefs Noël Forgeard und des Airbus-Chefs Gustav Humbert geführt.

Die Verschiebung der Auslieferung des Airbus A380 bringt zunehmend Zulieferer des Herstellers Airbus in Gefahr. Massive Probleme hätten vor allem Zulieferer, die Risikopartnerschaften eingegangen sind und einen Teil der Entwicklungskosten und die Fertigung von Komponenten vorfinanziert haben, berichtet die "Wirtschaftswoche".

Der Hamburger Luftfahrtexperte Heinrich Grossbongardt sagte dem Magazin: "Die Verzögerung bringt viele Zulieferer in Existenznot." Besonders die Zulieferer, die die Entwicklung vorfinanziert hätten, stünden unter Druck. Sie müssten ihre Beschäftigten, Lieferanten und Kreditgeber bezahlen, erhielten aber ihr Geld später als geplant, da Airbus in der Regel erst beim Einbau der Komponenten zahle. Beim bevorstehenden Sparprogramm dürfte Airbus noch weitere Zugeständnisse fordern, sagte der Chef eines Zulieferers.

Die Bundesregierung widersprach unterdessen einem Bericht des SPIEGEL, sie prüfe einen staatlichen Einstieg bei EADS. "Nach Ansicht der Bundesregierung sollten bei der Kapitalbeteiligung auch künftig wie bisher private Anteilseigener die führende Rolle spielen", sagte ein Regierungssprecher dem "Handelsblatt".

Für Spekulationen über den Kauf von EADS- Anteilen durch staatliche Stellen gebe es keine Grundlage. Ziel der Bundesregierung sei es, die bestehenden Eigentumsverhältnisse mit einer deutsch-französischen Führung mittel- und langfristig zu erhalten. Sie habe sich bewährt.

itz/dpa