Airbus: Vertrag schützt deutsche A380-Produktion - DER SPIEGEL
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Airbus Vertrag schützt deutsche A380-Produktion

Die A380-Produktion soll ganz nach Toulouse verlegt werden: Dieses Gerücht, das in den letzten Wochen immer wieder hoch gekocht war, versetzt deutsche Mitarbeiter des Flugzeugbauers seit Wochen in Angst. Dabei ist die Verlagerung einer Zeitung zufolge vertraglich kaum möglich.
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Hamburg - Staatliche Kredite für den Flugzeugbauer Airbus verhinderten bei der Neuordnung der Produktion Veränderungen zu Lasten Deutschlands, berichtet die Zeitung "Financial Times Deutschland". Im Darlehensvertrag zwischen dem Bund und Airbus Deutschland zum Bau des Riesen-Airbus A380 sei festgelegt, dass der Produktionsanteil in Deutschland annähernd so hoch sein muss wie in Frankreich. Das gehe aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Anja Hajduk hervor, die der Zeitung vorliege.

Ein Modell des Airbus A380 auf der Messe "Airtec 2006": Ende 2005 wurden rund 27,5 Prozent des Riesenfliegers in Deutschland produziert

Ein Modell des Airbus A380 auf der Messe "Airtec 2006": Ende 2005 wurden rund 27,5 Prozent des Riesenfliegers in Deutschland produziert

Foto: DDP

Die Tochter des EADS-Konzerns werde wegen der Verzögerungen bei der Auslieferung des A380 die vereinbarten staatlichen Kredite über insgesamt 942,6 Millionen Euro ohnehin erst später zurückzahlen, berichtet die "FTD" außerdem unter Berufung auf das Wirtschaftsministerium. Bislang habe Airbus 795,4 Millionen Euro erhalten, der Rest solle bis 2008 ausgezahlt werden.

Nach den Produktionspannen beim A380 hatte der neue Airbus-Chef Louis Gallois eine Überprüfung der Struktur der Airbus-Werke angekündigt. Zahlreichen Presseberichten zufolge wird dabei darüber nachgedacht, Teile der Produktion aus Hamburg nach Toulouse zu verlagern. Gestern erklärte Gallois in der Zeitung "La Dépêche du Midi" auch selbst: Man müsse sich fragen, ob es bei der Aufgabenverteilung zwischen den Werken nicht eine bessere Aufgabenverteilung gebe. Bei einer Neuverteilung der Produktion werde jedoch kein Werk benachteiligt. Dem "FTD"-Bericht zufolge ist der Spielraum aber dabei außerdem sehr eingeschränkt. Der deutsche Produktionsanteil am A380 habe schon Ende 2005 bei 27,5 Prozent, der französische bei 27,6 Prozent gelegen, heißt es in dem Papier.

"Alles wird über Dialog und Abstimmung laufen. Wir lassen niemanden fallen", sagte Gallois selbst noch zu dem Thema. Der Airbus-Sanierungsplan "Power8" könne "nur in einem Kontext der Gleichheit" der Airbus-Gründerländer umgesetzt werden, sagte er. Auch einen Verkauf einzelner Werke brachte Gallois in dem Interview erneut ins Spiel. "Wir prüfen alle Möglichkeiten ohne Scheuklappen. Dazu gehören auch die Lösungen von Boeing, die einige Werke verkauft haben." Er habe aber noch keine vorgefasste Meinung: "Wir werden pragmatisch sein." Die Standorte Hamburg und Toulouse stünden außerdem nicht zur Debatte. Der Flugzeughersteller hat sieben Werke in Deutschland.

Gallois will neue Hierarchien

"Die Zukunft von Airbus steht auf dem Spiel", mahnte Gallois noch, zugleich Co-Chef des Mutterkonzerns EADS. "Wegen des Dollarverfalls haben wir seit dem Start des A380 20 Prozent Wettbewerbskraft im Vergleich zu Boeing verloren." Die Befehlskette müsse tiefgehend reformiert werden. "Man kann nicht länger ein System behalten, das in der Kommandokette von Airbus mit verborgenen nationalen und parallelen Hierarchien arbeitet."

Airbus Deutschland hatte am Dienstag erste Sparschritte bekannt gegeben. Die Zahl der hiesigen Leiharbeitskräfte soll von 7300 um rund 1000 reduziert werden. Der für die deutschen Werke geltende Airbus- Beschäftigungspakt "SiduFlex" zahlt sich nach Angaben von IG Metall und Betriebsrat in der A380-Krise aber auch für die Leiharbeitskräfte aus. "Ohne die Einbeziehung von SiduFlex wäre der Abbau von Leiharbeitskräften um ein Vielfaches höher gewesen", teilten die Arbeitnehmervertreter mit. In den nächsten Tagen seien weitere Beratungen in den einzelnen Airbus-Standorten geplant, wie die Bestandteile des Beschäftigungspaktes umgesetzt werden.

ase/AFP/dpa

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