Airbus: Weniger Aufträge erwartet - DER SPIEGEL
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Airbus Weniger Aufträge erwartet

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS rechnet im nächsten Jahr mit bis zu 30 Prozent weniger Aufträgen. Der Startschuss für den Riesenairbus A3XX soll in den nächsten Tagen fallen.
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München - "Wir werden den Startschuss für den Bau absolut sicher noch in diesem Jahr bekannt geben", sagte EADS-Co-Chef Rainer Hertrich. Die Finanzierung des fast elf Milliarden Dollar teuren Projekts, mit dem Airbus den Jumbo-Jet des Konkurrenten Boeing angreifen will, sei gesichert. "Der A3XX wird der EADS nochmals einen gewaltigen Wachstumsschub bringen."

Laut Hertrich rechnet der Konzern, der 80 Prozent am Airbus-Konsortium hält, schon 2001 bei dem europäischen Vorzeigeprogramm mit einem Rückgang des Auftragseingangs nach fast sechs Jahren Aufschwung. 20 bis 30 Prozent Minus seien möglich. "Durch den hohen Auftragsbestand ist die Auslastung der Airbus-Kapazitäten für die nächsten vier bis fünf Jahre aber garantiert", so Hertrich. Die Airbus-Produktion werde in den nächsten zwei bis drei Jahren von 300 auf 400 Maschinen steigen und den Umsatz vorantreiben.

Eine künftige Fusion mit dem Airbus-Partner BAe Systems schloss Hertrich aus. Die Verhandlungen mit den Briten seien aber so weit gediehen, dass im ersten Quartal 2001 mit der Realisierung der geplanten Airbus-Kapitalgesellschaft zu rechnen sei.

Derzeit liegen Airbus 44 verbindliche Kaufzusagen für den A3XX vor, noch in dieser Woche könnten sechs weitere Bestellungen von Virgin Atlantic hinzukommen. Allein in Deutschland werden laut Hertrich 15.000 Menschen bei der EADS und 600 Zulieferer an dem Großflugzeug arbeiten. In Hamburg sind 4000 neue Stellen geplant. Weiterer Stellenabbau droht bei der EADS dagegen in der Wehrtechnik.

Für 2000 rechnet der EADS-Konzern weiter mit einem Umsatzplus von rund sieben Prozent auf gut 24 Milliarden Euro. Der Airbus wird zum EADS-Gewinn erneut den größten Teil beisteuern, im ersten Halbjahr waren es über 90 Prozent. Der Aktienkurs von EADS hat sich seit der Erstnotierung von knapp 19 Euro deutlich verbessert auf derzeit rund 22,50 Euro.