Airline-Chef Branson: Ausflüge ins All starten 2008 - DER SPIEGEL
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Airline-Chef Branson Ausflüge ins All starten 2008

Der Countdown läuft. Sir Richard Branson, Selfmade-Milliardär und Eigner der Airline Virgin, will ab 2008 Weltraum-Ausflügler in die Erdumlaufbahn schicken. Kostenpunkt: 200.000 Dollar. Erste Passagiere haben bereits die Anzahlung geleistet.
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Dubai - "Es gibt mehrere Unternehmen, die derzeit Weltraumreisen vorbereiten. Sie haben aber weder ein Raumschiff noch haben sie irgendwelche Tests durchgeführt", sagte Branson gestern in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. "Virgin ist die einzige Firma, die das geschafft hat", betonte der Milliardär.

Laut Branson will die Raumflugtochter Virgin Galactic ab 2008 Kurzausflüge ins All zum Preis von 200.000 Dollar anbieten. Es gebe bereits 150 feste Reservierungen. Die potenziellen Passagiere hätten insgesamt 13,1 Millionen Dollar an Kautionen gezahlt. 45.000 weitere Personen hätten ihr Interesse an einem Trip in den Orbit bekundet.

Branson will die All-Ausflügler mit einem Raumschiff auf Basis des SpaceShipOne in den Himmel schicken. Das Fluggerät war 2004 zum ersten privat organisierten bemannten Raumflug gestartet. Branson plant den Bau von fünf größere Versionen des SpaceShipOne. Die Maschine soll auf dem Rücken eines Flugzeugs - genannt White Knight Two - starten. In 15.000 Metern Höhe trennt sich das Raumschiff von seinem Transporter und legt die restliche Strecke in den Orbit im Alleingang zurück. Hinter dem Steuerknüppel sollen Piloten von Virgin Atlantic sitzen. Derzeit wird nach 30 Flugzeugführern gefahndet, die dann zu einem Spezialtraining aufbrechen sollen.

Fünf Minuten in der Schwerelosigkeit

Branson verspricht seinen Kunden 15 Minuten Weltraumflug, davon fünf Minuten in der Schwerelosigkeit. "Du schnallst dich ab und schwebst. Wenn du aus dem Fenster schaust, kannst du die Rundung der Erde sehen und die Atmosphäre", schwärmt er.

Der britische Multiunternehmer ist berühmt für seine Extravaganzen. Branson, der neben seiner Fluglinie Virgin auch im Mobilfunkgeschäft mitmischt und Comics verlegt, fiel schon in der Vergangenheit durch seltsame Aktionen auf. So feierte er sich in der TV-Show "The Rebel Billionaire", als er unter anderem eine Teeparty auf der Kuppel eines Heißluftballons veranstaltete. Unvergessen auch der Erstflug einer Virgin-Maschine nach Sydney, als Branson nach der Landung mit einem Surfbrett, umringt von Bikini-Schönheiten auf der Tragfläche des Flugzeugs herumtanzte. Ähnliches wiederholte sich in Kuba und Indien.

Natürlich will Branson beim Jungfernflug dabei sein, ebenso seine Kinder und sein 91-jähriger Vater. Entsprechend groß ist Bransons Sicherheitsbedürfnis. "Wir müssen den Leuten ein Rückflugticket garantieren. Wir werden die besten Sicherheitsvorkehrungen überhaupt treffen." Derzeit verhandelt Virgin mit einigen Assekuranzen über die Versicherung des Projektes. So laufen Gespräche mit Lloyd's, Marsh und AIG. Es sieht aber so aus, als ob die Weltraumtouristen auf eigene Gefahr abheben müssen.

Der Virgin-Chef rechnet damit, dass Virgin Galactic binnen der ersten zehn Jahre 50.000 Passagiere in die Erdumlaufbahn schickt. Dann werde der Flug auch erschwinglicher. "Ich glaube an den kommerziellen Erfolg", beteuert Branson.

suc/Reuters