Airline-Elend Delta und Northwest stehen vor der Pleite
Chicago - Bei der Sitzung solle beraten werden, ob eine Rettung von Northwest aus eigener Kraft versucht oder ob Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Insolvenzrechts in Anspruch genommen werde, hieß es am späten Dienstagabend auf der Internetseite der Pilotenvereinigung von Northwest. Zuvor hatte die "New York Times" über einen möglicherweise schon am Mittwoch anstehenden Antrag auf Gläubigerschutz der viertgrößten US-Fluggesellschaft berichtet. Northwest-Aktien gaben am Dienstag an der Börse zeitweise um 58 Prozent nach.
Konkurs-Spekulationen hatten in den vergangenen Tagen schon zum Kurs-Einbruch bei der drittgrößten US-Fluggesellschaft Delta Air Lines geführt. Die US-Luftfahrtbrache leidet unter anderem unter hohen Treibstoffkosten und hartem Wettbewerb durch Billigflieger. Auch Delta steht mehreren Zeitungsberichten zufolge unmittelbar vor einem Antrag auf Gläubigerschutz.
Beide Gesellschaften legten letzte Hand an die Dokumente, die sie bei einem US-Bundeskonkursgericht in New York einreichen wollten, hieß es unter Berufung auf anonyme Kreise. Delta bestätigte ohne auf Terminspekulationen einzugehen zumindest, ein Insolvenzantrag werde als mögliche Lösung geprüft. Delta hatte in der vergangenen Woche den Abbau von tausend Arbeitsplätzen und den Verkauf von Flugzeugen angekündigt. So will das hoch verschuldete Unternehmen offenbar eine drohende Pleite abwenden.