Airlines: Milliardenverlust bei Lufthansa - DER SPIEGEL
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Airlines Milliardenverlust bei Lufthansa

Irak-Krieg, die Lungenkrankheit Sars und finanzielle Altlasten drückten Deutschlands führende Airline trotz eines guten operativen Ergebnisses tief in die roten Zahlen. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber strich kurzerhand die Dividende.
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Frankfurt am Main - Zurückzuführen sind die Verluste insbesondere auch die massive Probleme der Catering-Tochter LSG Sky Chefs. In der Lufthansa-Bilanz wurden allein 700 Millionen Euro auf den Wert dieser Gesellschaft abgeschrieben. Das im Jahr 2000 gegründete und weltweit tätige Unternehmen bietet Bordverpflegung für Fluggesellschaften, in den USA aber auch fertige Produkte für Restaurants und Supermärkte. Bei der Sanierung in den vergangenen Jahren wurden bereits 8000 Arbeitsplätze - die allermeisten in den USA - abgebaut. Derzeit laufen Verhandlungen über den Verkauf des Geschäftsbereichs, der Supermärkte und Restaurants beliefert. Nach früheren Angaben erwartete Lufthansa zudem bei der 50-Prozent-Beteiligung Thomas Cook einen dreistelligen Millionenverlust.

Im operativen Geschäft erzielte die Lufthansa nach eigenen Angaben aber trotz des Irak-Kriegs und der Sars-Krise ein Gewinn in Höhe von 30 Millionen Euro. Damit erreichte die Fluggesellschaft das Ziel einer schwarzen Null im operativen Geschäft. Die ersten Zahlen für das laufende Jahr deuteten auf eine freundlichere Entwicklung als 2003 hin.

Wegen der Abschreibungen in Höhe von insgesamt 800 Millionen Euro rechnet die Lufthansa für 2003 mit einem Konzernverlust von 980 Millionen Euro. Im Jahr davor hatte die Fluggesellschaft noch einen Jahresüberschuss von 717 Millionen Euro und einen operativen Gewinn von 718 Millionen Euro eingeflogen. Eine Dividende soll nach dem Willen des Vorstands für 2003 ausfallen. 2002 hatte sie noch 60 Cent betragen.

Im operativen Geschäft kann die Lufthansa nach einer positiven Entwicklung im zweiten Halbjahr schwarze Zahlen ausweisen. Die zusammen 380 Millionen Gewinn im 3. und 4. Quartal konnten die Verluste aus der ersten Jahreshälfte etwas mehr als ausgleichen. Positiv entwickelte sich 2003 der Schuldenstand: Die Nettokreditverschuldung wurde nahezu halbiert und liegt nunmehr bei 600 Millionen Euro. Die Liquidität des Unternehmens betrug zum Jahresende 2,7 Milliarden Euro. Die Aktie reagierte mit einem Zickzackkurs auf die vorläufigen Daten, bis zum Mittag sank der Wert des Papiers leicht um 0,42 Prozent auf 14,25 Euro.

Aus den Turbulenzen in der Luftfahrtbranche der vergangenen Jahre wird die Lufthansa nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Mayrhuber als Gewinner hervorgehen. "Nach den massiven Einbrüchen im Weltluftverkehr seit dem 11. September steht der Lufthansa-Konzern heute dank seiner Reaktionsfähigkeit im internationalen Wettbewerb gestärkt da", sagte Mayrhuber.

Für 2004 erwartet die Lufthansa eine Erholung der Nachfrage vor allem im Interkontinental-Verkehr. Die Fluggesellschaft will die Zahl der Flüge steigern und auch neue Strecken in das Programm aufnehmen. Vor allem das Angebot nach Asien wird erweitert. Der stagnierende Verkehr innerhalb Europas zeigt dagegen laut Lufthansa bisher noch keine Erholungstendenzen. Einzelheiten zum Geschäftsjahr 2003 will die Lufthansa auf ihrer Bilanzpressekonferenz am 25. März vorstellen.