Aktie auf Talfahrt Ebay enttäuscht mit Ausblick
San Francisco - Im vierten Quartal hat das weltgrößte Internet-Auktionshaus Ebay rund 35 Prozent mehr verdient als im Vorjahr. Wie das Unternehmen gestern nach Börsenschluss bekannt gab, kletterte der Nettogewinn von 205,4 auf 279,2 Millionen Dollar oder 20 Cent je Aktie. Analysten hatten im Schnitt mit 18 Cent je Aktie gerechnet. Der Umsatz kletterte um 42 Prozent auf 1,33 Milliarden Dollar.
Besonders stark sei der Umsatz in den beiden wichtigsten Märkten USA und Deutschland gewachsen. Auch die jüngsten Zukäufe Skype und Shopping.com hätten sich besser entwickelt als erwartet.
"Das vierte Quartal hat ein bemerkenswertes Jahr für Ebay beendet", sagte Konzernchefin Meg Whitman. "Wir sahen ein breit angelegtes und sich beschleunigendes Wachstum." Ebay hat laut Whitman das "herausragendste" Portfolio an Geschäftsaktivitäten im Internet.
"In unserem Geschäft gab es keine Schwachpunkte", betonte Ebay-Finanzchef Rajiv Dutta. "Wir haben gewaltigen Schwung und sind für 2006 sehr zuversichtlich." Er bestätigte den Umsatzausblick für das laufende Jahr zwischen 5,7 Milliarden und 5,9 Milliarden Dollar. "Diesen Ausblick ändern wir nicht", sagte er.
Analysten machten diese Aussage für den nachbörslichen Einbruch der Aktie verantwortlich. Die Ebay-Aktie fiel nach Veröffentlichung der Zahlen um mehr als fünf Prozent. "Das Quartal war in Ordnung", sagte Scott Devitt von Stifel, Nicolaus & Co. "Die Firma hat aber ihren Ausblick für 2006 nicht erhöht und ich glaube, das wird als negativ gesehen." Martin Pyykkonen von Hoefer und Arnett sagte, er bleibe zurückhaltend. "Dass sie den Ausblick nicht ändern heißt, dass die Schätzungen der Wall Street zu hoch sind", sagt er.