Aktien-Optionen: Siemens-Vorstände machen Kasse - DER SPIEGEL
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Aktien-Optionen Siemens-Vorstände machen Kasse

Drei Siemens-Vorstände haben die Gelegenheit genutzt, um mit Aktien-Optionen noch einmal Millionen einzustreichen - darunter auch der in der Schmiergeldaffäre stark belastete Johannes Feldmayer. Der neue Aufsichtsratschef Cromme erhebt unterdessen Vorwürfe gegen die internen Prüfer.
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München - Insgesamt mehr als sieben Millionen Euro haben drei Siemens-Vorstandsmitglieder durch den Verkauf von Aktien erlöst, die aus einem Optionsprogramm aus dem Jahre 2001 stammten, teilte das Unternehmen heute mit.

Der wegen der Korruptionsaffäre suspendierte Johannes Feldmayer erlöste rund 2,2 Millionen Euro, der für mehrere Konzerntöchter zuständige Rudi Lamprecht 3,1 Millionen und Medizintechnik-Chef Erich Reinhardt 1,8 Millionen Euro.

Die Verkäufe folgen der Rücktrittsankündigung von Vorstandschef Klaus Kleinfeld im Abstand von nur wenigen Tagen. Der Manager hatte im Streit mit dem Aufsichtsrat hingeworfen, nachdem die Spitze des Gremiums seine Vertragsverlängerung verschieben wollte. Die Kontrolleure unter Führung von Gerhard Cromme hatten Bedenken, dass Kleinfeld womöglich doch noch in die Korruptionsaffäre verstrickt sein könnte.

Aufsichtsratschef Cromme erwägt, die Münchner Holding des Weltkonzerns umzubauen und dabei eventuell drastisch zu verkleinern. Er denke in dem Zusammenhang auch über die vielfach belasteten Führungsstruktur nach, hatte der SPIEGEL am Wochenende gemeldet. Eine Möglichkeit ist, einen kleineren Vorstand zu installieren, unter dem dann die einzelnen Konzersparten in größerer Selbständigkeit ihre Geschäfte tätigen könnten.

Die Aufklärung der Korruptionsaffäre hat sich nach Ansicht von Cromme ohnehin über Gebühr verzögert. Den internen Prüfern des Konzerns warf er mangelhafte Informationspolitik gegenüber dem Aufsichtsrat vor.

Dem Prüfungsausschuss des Kontrollgremiums seien "wichtige Informationen über mögliche Korruptionsfälle nicht rechtzeitig zur Verfügung gestellt worden", sagte Cromme der "Süddeutschen Zeitung". Das hätten die internen Untersuchungen der amerikanischen Kanzlei Debevoise & Plimpton ergeben. Darüber habe die US-Kanzlei den Aufsichtsrat vergangene Woche informiert. Siemens hatte Debevoise & Plimpton im Dezember 2006 eingeschaltet.

Der zweite Vorsitzende der IG Metall und Siemens-Aufsichtsrat Berthold Huber äußerte sich besorgt über die Korruptionskrise bei dem Elektrokonzern. "Das, was wir bereits heute wissen, ist sehr Besorgnis erregend. Und viele Unternehmensbereiche, in denen es Korruptionsgefährdung gibt, sind noch gar nicht untersucht. Zum Beispiel der Kraftwerksbau, die Medizintechnik oder die Transportsysteme", zitierte der "Tagesspiegel" Huber.

Erst vor kurzem hatte der frühere Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer Konsequenzen aus der Affäre um schwarze Kassen im Ausland gezogen und war zurückgetreten.

mik/Reuters/dpa-AFX