Aktien Russisches Roulette
pekulanten und Zocker haben drei Jahre nach dem russischen Finanzcrash die Moskauer Börse wieder entdeckt und dem Aktienindex RTS zu einem erstaunlichen Aufstieg verholfen. Im weltweiten Vergleich liegt Moskaus Aktienindex mit einem Plus von 34 Prozent seit Jahresbeginn in der Spitzengruppe. Der "Platow-Brief" glaubt gar, dass die Moskauer Börse "in diesem Jahr den Vogel abschießen und mit der besten Performance ins Ziel kommen" wird. Ob dies tatsächlich gelingt, hängt davon ab, ob die Finanzkrise in Schwellenländern wie Argentinien, Brasilien und der Türkei auch auf Russland übergreift. Denn rund die Hälfte der Investoren, die ihr Geld in die hoch spekulativen russischen Aktien steckt, stammt aus dem Ausland und könnte, ebenso wie schon im Sommer 1998, Geld blitzschnell abziehen, wenn die Turbulenzen sich verschärfen. Bislang profitieren Titel wie die des Energieriesen Gasprom oder des Ölproduzenten Yukos vom Reformkurs des Präsidenten Wladimir Putin und auch von den relativ stabilen Ölpreisen. "Alle Makro- und Mikroindikatoren weisen darauf hin, dass Russland ein guter Ort für Investments ist", glaubt William Browder, Fondsmanager bei Hermitage Capital Management.