Aktienboom Bundesbank warnt vor dem Crash
Frankfurt am Main - An erster Stelle nennen die Bundesbank-Volkswirte die sehr hohen Aktienkurse in den Industrieländern. "Insbesondere in den USA hätte ein markanter Kurseinbruch angesichts der relativ starken Vermögensabhängigkeit der privaten Inlandsnachfrage erhebliche negative Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung." Wenn sich die US-Leistungsbilanz weiter verschlechtere, könnte zudem über einen nachgebenden Dollar die Teuerung in den USA zunehmen.
Ein weiteres Risiko sieht die Bundesbank in der "nach wie vor hohen Störanfälligkeit der japanischen Wirtschaft". Außerhalb der Industrieländer sei der Aufschwung in manchen Regionen noch fragil. Insbesondere in den ostasiatischen Schwellenländern dürfe die deutlich verbesserte Konjunkturlage nicht von den weiterhin bestehenden Problemen im Banken- und Unternehmenssektor ablenken. "Trotz dieser Risiken, die im Auge behalten werden müssen, überwiegen die Chancen für eine Fortsetzung und sogar Beschleunigung der weltweiten wirtschaftlichen Auftriebstendenzen."
Dagegen sieht der Wirtschaftsnobelpreisträger von 1992, der US-Amerikaner Gary Becker, kaum Anzeichen für einen Crash. "Ich sehe keine Anzeichen für ein Überhitzung", sagte er dem "Handelsblatt". Inflationsrisiken gebe es auf kurze Sicht nicht. Kräftige Korrekturen an der Wall Street seien denkbar, aber von einer spekulativen Blase könne keine Rede sein, so Becker.