Aktieninvestments: Warten auf bessere Zeiten - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Aktieninvestments Warten auf bessere Zeiten

Das Vertrauen in den Aktienmarkt ist in Deutschland derzeit nicht gerade groß - Anleger machen ihre Aktienfonds-Investitionen in Milliardenhöhe zu Geld und stecken ihre Ersparnisse lieber in weniger riskante Geldanlagen - bis wieder bessere Zeiten kommen.
Von Karsten Stumm
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Deutschlands Anleger sind vorsichtig geworden. Während der Frankfurter Aktienleitindex Dax   zwischen April und Juni dieses Jahres von rund 6100 auf 5300 Punkte zurückfiel, sind auch die Investoren hierzulande kürzer getreten. Gleich um sieben Milliarden Euro haben sie ihre Aktienanlagen im zweiten Quartal dieses Jahres zusammengestrichen, hat jetzt der Fonds-Lobbyverband Investment und Assetmanagement (BVI) ermittelt. Somit summiert sich das gesamte Aktienfondsvermögen der Deutschen auf 205 Milliarden Euro.

Zum Vergleich: Als der Dax im ersten Quartal um rund 570 Zähler zulegte, steckten Deutschlands Anleger noch 3,5 Milliarden ihres Ersparten zusätzlich in Aktienfonds.

Gefragt waren dafür solche Fonds, auf denen Anleger in der Regel Geld bis zu besseren Börsenzeiten beiseite legen, beispielsweise Geldmarktfonds. Allein 3,6 Milliarden Euro schichteten die Sparer in der Bundesrepublik zuletzt in diese Fonds um. Aber bedeutet die konservative Anlagestimmung der Deutschen vielleicht doch mehr als eine Saisonlaune?

Gesucht waren zuletzt schließlich erneut wertgesicherte Fonds, die meist nach Ablauf einiger Anlagejahre zumindest die Erstattung des eingezahlten Kapitals garantieren – und das war schon in den vergangenen Quartalen so: Allein in der ersten Hälfte dieses Jahres flossen mehr als 3,3 Milliarden Euro auf die Konten der wertgesicherten Fonds. Börsenexperten sind deshalb der Meinung, dass die Scheu vor Aktieninvestments nicht nur Folge der aktuell wackeligen Börsenphase ist. Vielmehr sei die Risikoneigung der deutschen Anleger verglichen mit den Vorjahren generell gesunken, unabhängig von der geplanten Dauer des Investments.

Das schlägt sich mittlerweile auch in dem Zahlenwerk der BVI-Statistiker nieder. Während die Zahl aller in Deutschland zugelassenen Aktienfonds seit geraumer Zeit bei 1400 stagniert, steigt hierzulande vor allem das Angebot an wertgesicherten und Geldmarktfonds.

Nichts geändert hat sich dagegen an der Reihenfolge der erfolgreichsten Fondsgesellschaften in Deutschland. Bezogen auf das Vermögen der Wertpapierpublikumsfonds liegt die DWS-Gruppe der Deutschen Bank   mit 116,72 Milliarden Euro auf dem ersten Rang, vor der 78 Milliarden Euro schweren Union Investment, die zum Verband der Volks- und Raiffeisenbanken gehört. Auf Platz drei folgt die Deka-Gruppe der Sparkassen-Organisation, denen Anleger 77,58 Milliarden Euro anvertrauten.

Knapp dahinter rangiert derzeit die Allianz  -Fondstochter Dit, mit weitem Abstand folgen die HypoVereinsbank  -Fondssparte Activest und die Cominvest der Frankfurter Commerzbank  . Die erfolgreichsten ausländischen Fondsgesellschaften Franklin Templeton und Fidelity schaffen es erst auf die Plätze sieben und acht.