Aktienoptionen: Microsofties gehen Bankrott - DER SPIEGEL
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Aktienoptionen Microsofties gehen Bankrott

Die Märchen über Microsoft-Millionäre sind Vergangenheit. Stattdessen stehen immer mehr Mitarbeiter vor dem persönlichen Ruin - weil sie an Aktienoptionen glaubten.
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Seattle - Etliche Mitarbeiter von Microsoft seien durch das Aktienoptions-Programm der Firma hoch verschuldet, berichtet die "New York Times". Nachdem Hunderte von Microsoft-Angestellten in den Boomjahren dank ihrer Beteiligung zu Papiermillionären wurden, treibe sie der Kursrutsch nun ebenso schnell in die Pleite: Mindestens 25 hätten bereits ihre persönliche Bankrotterklärung bei den Behörden eingereicht.

Ähnlich wie den Microsoftlern droht auch vielen Mitarbeitern anderer Firmen der New Economy mit sinkenden Aktienkursen der finanzielle Ruin. So musste ein 28-jähriger Yahoo-Ingenieur sein 2,5 Millionen-Dollar-Haus verkaufen, noch bevor er eingezogen war, als der Kurs des Internet-Portals in den Keller rauschte.

Die ehemalige Marketing-Vize-Chefin des Internetkanals Women.com, Fran Maier, kam nur wenig glimpflicher davon. Sie konnte sich vor der Bankrotterklärung nur retten, indem sie eine zweite Hypothek auf ihr Haus aufnahm. Die finanzielle Talfahrt versetzte die gesamte Familie in Unruhe. Als ihr Sohn in der Schule von seinem Lehrer gefragt wurde, was er mit einem Millionen-Dollar-Gewinn anfangen würde, erklärte er, er wolle seiner Mutter Geld geben, damit sie ihre Steuern bezahlen könnte.

Der wirtschaftliche Niedergang vollzieht sich in allen Fällen nach dem gleichen Strickmuster: Die Mitarbeiter lassen sich einen Teil ihres Gehalts in Aktienoptionen auszahlen. So können sie Aktien des Unternehmens für einen Vorzugspreis weit unter dem Marktpreis kaufen. Die Differenz müssen sie dann als Einkommen versteuern.

Um die Steuerschuld zu bezahlen, nahmen etwa viele Microsoft-Mitarbeiter auf Anraten von Microsofts Hausbank Salomon Smith Barney einen Kredit auf. Als Sicherheit galten die Aktien, die schließlich nach allgemeiner Einschätzung nur steigen konnten. Auch andere Banken gaben bereitwillig Kredite, die nur durch ein Aktiendepot gesichert sind.

Nun fallen die Aktien aber, und ein verhängnisvoller Mechanismus tritt in Kraft: Denn die Banken haben sich das Recht vorbehalten, die Aktien zu verkaufen, auch mit erheblichem Verlust. Die "New York Times" beschreibt die Geschichte eines Programmierers, dessen Microsoft-Aktien auf dem Höhepunkt der Hausse 1,5 Millionen Dollar wert waren. Inzwischen steht er ohne Aktien und mit 100.000 Dollar Schulden da.

Besonders pikant wird die Sache dadurch, dass sowohl Salomon Smith Barney als auch Microsoft am Elend des Mitarbeiters verdienen. Die Bank erhält Zinsen, und Microsoft kann jede ausgeübte Option von der Steuer absetzen. Auf diese Weise haben Microsoft und andere große Tech-Firmen in den vergangenen Jahren trotz riesiger Profite keine Steuern gezahlt.

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