Aktienpreis steht fest: Google startet halbierten Börsengang - DER SPIEGEL
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Aktienpreis steht fest Google startet halbierten Börsengang

Nach einem Nervenkrimi hat die US-Börsenaufsicht die Genehmigung für die Aktien-Erstnotiz der Internetfirma Google gegeben. Sie wird dem Unternehmen 1,7 Milliarden Dollar einspielen - halb so viel wie erwartet. Damit mussten die Firmengründer Page und Brin, bislang als Erfolgsgaranten gefeiert, ihre erste große Niederlage einstecken.
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San Jose/New York - Der weltweit beliebteste Suchmaschinen-Betreiber legte gestern den Ausgabepreis seiner Aktien mit 85 Dollar fest. Zuvor hatte die Kontrollbehörde SEC mit Verzögerung ihr Plazet zur Platzierung an der Technologiebörse Nasdaq gegeben.

Mit einem Erlös von 1,67 Milliarden Dollar handelt es sich immer noch um den viertgrößten US-Börsengang in diesem Jahr. Der Emissionspreis liegt allerdings 50 Dollar niedriger als zunächst erwartet. Statt der ursprünglich angegebenen Zahl von 25,7 Millionen Anteilsscheinen werden aber auch nur 19,6 Millionen verteilt. Die Marktkapitalisierung von Google erreicht damit 23,1 Milliarden Dollar.

Google will das Kapital nutzen, um sich im Wettbewerb mit Yahoo! und Microsoft   zu stärken. Dabei geht es nicht nur um die Vorherrschaft bei der Internet-Suche, sondern auch um E-Mail und andere Internet-Dienstleistungen.

Überraschend niedrige Nachfrage

An der Wall Street wurde damit gerechnet, dass die Aktien bereits heute gehandelt werden. Dem Börsengang war eine Serie von Pannen vorausgegangen. Erst am Mittwoch hatte Google offenbar angesichts einer überraschend niedrigen Nachfrage die Preisspanne für seine Aktien deutlich auf 85 bis 95 Dollar gesenkt.

Damit hat Google offenbar auch dem schwachen Technologie-Marktumfeld Rechnung getragen. Rund 60 Prozent aller Börsen-Neulinge dieses Monats mussten sich nach Daten von Thomson Financial mit einem niedrigeren Preis zufrieden geben als zunächst angestrebt.

Der Börsengang wurde auch von anderen Faktoren belastet: In der vergangenen Woche hatte ein Interview der Firmengründer Larry Page und Sergey Brin mit dem "Playboy" für Aufregung gesorgt. Es war vermutet worden, dass sie damit gegen die vorgeschriebene Schweigepflicht im Vorfeld eines Börsengangs verstoßen haben könnten. Google hatte außerdem vor einigen Wochen bekannt gegeben, dass es möglicherweise mehr als 23 Millionen Aktien und 5,6 Millionen Aktienoptionen illegal ausgegeben habe.

Ende einer Saga

Zunächst war bereits für Dienstagabend mit der Absegnung durch die SEC gerechnet worden. Die Aufsichtsbehörde hatte Google zufolge aber zusätzliche Informationen zur Veröffentlichung eines "Playboy"-Interviews haben wollen.

Wegen des niedrigeren Ausgabepreises haben die bisherigen Google-Aktionäre die Zahl der von ihnen angebotenen Anteilscheine um mehr als 50 Prozent auf 5,5 Millionen reduziert. Dazu zählen auch die beiden Google-Gründer sowie Konzernchef Eric Schmidt. Google selbst will aber unverändert 14,1 Millionen Aktien verkaufen.

Google gab die Börsenpläne erstmals im April offiziell bekannt. Ende vergangener Woche hat das Unternehmen mit der Annahme von Geboten für seine Aktien begonnen. Dabei mussten die Bieter die gewünschte Menge und den Preis nennen, den sie zu zahlen bereit sind. Aus dem Auktionsverfahren wurde dann der endgültige Ausgabepreis für die Papiere ermittelt. Der Börsengang wird von den Investmentbanken Credit Suisse First Boston und Morgan Stanley begleitet.