Aktienstrategien im Test Investieren mit System
Ideen für Anleger
Fünf Strategien bieten sich an: Bei der Trendfolgestrategie setzt der Anleger auf die Aktien mit der zuletzt günstigsten Kursentwicklung. Die Umkehrstrategie beruht auf der Beobachtung, dass oft Aktien im Kurs steigen, die zuvor an Wert verloren haben. Diese beiden Strategien lassen sich gut kombinieren. Bei der Kombinationsstrategie kommen zu gleichen Teilen Trendfolger und Umkehr-Kandidaten ins Depot. Bei der Dividendenstrategie machen Aktien das Rennen, die im Verhältnis zum aktuellen Kurs eine besonders hohe Dividende gebracht haben. Bei der Schwergewichtsstrategie schließlich landen die Aktien der größten Unternehmen im Lande im Depot.
Stärken und Schwächen
Jede der Strategien hat auch Schwachpunkte: Gegen die Trendfolgestrategie spricht, dass jeder Trend auch mal zu Ende geht. Die Umkehrstrategie führt oft zu Aktien, bei denen die Kursverluste auf massiven Problemen beruhen und erneute Kursgewinne weit und breit nicht in Sicht sind. Die Dividendenstrategie geht nicht auf, wenn das Unternehmen, dessen Aktie im Depot landet, die Dividendenzahlung kürzt oder ganz stoppt. Die Aktien der größten Unternehmen schließlich gewinnen zwar bei insgesamt steigenden Kursen besonders kräftig, büßen aber dafür auch stärker ein, wenn die Aktienkurse auf breiter Front bröckeln.
Bilanz vergangener Jahre
Gezieltes Nachrechnen bestätigt den Befund: Wer in der Vergangenheit auf Trendfolge gesetzt hat, konnte in den Boomjahren 1999 und 2000 sagenhafte Gewinne von weit über 250 Prozent einfahren. Im Katastrophenjahr 2001 dagegen wäre bei konsequenter und Monat für Monat aktualisierter Trendfolge fast 90 Prozent des Einsatzes verloren gegangen. Das ist noch dramatischer als es klingt: Um diese Verluste wieder auszugleichen, müssen die Kurse anschließend um 900 Prozent steigen. Ganz anders die Dividendenstrategie: Sie hätte 1999 geringe Verluste und 2000 einen recht bescheidenen Gewinn gebracht. Im Jahr 2001 wären Anleger mit einem Verlust von nicht mal 11 Prozent im Verhältnis zu allen anderen Strategien sehr glimpflich davongekommen. Alle Details sind in FINANZtest 1/2004 oder online komplett und interaktiv zu finden.
Aktienstrategien im Dauertest
Generell gilt: Blind einer Strategie zu folgen, ist kein Erfolgsrezept. Führt die Strategieentscheidung einen Anleger zu einer bestimmten Aktie, ist sie vor dem Kauf kritisch zu überprüfen. Wenn das Unternehmen ernsthafte Schwierigkeiten hat oder ihm für die Zukunft besondere Risiken drohen, gehört die Aktie nicht ins Depot. Nur wenn Anleger von dem Unternehmen überzeugt sind, sollten sie die Aktie kaufen. Unterstützung bekommen Anleger ab sofort in jeder FINANZtest-Ausgabe. In Aktienstrategien im Dauertest gibt's monatlich aktuelle Daten zu 110 Aktien aus Dax, M-Dax und TecDax und ihre Eignung im Rahmen der fünf Aktienstrategien.
Quelle: FINANZtest 1/2004