Aktienverkäufe Gates und Ellison machen Kasse
Bill Gates steht mit seinem Verhalten nicht allein. Nach Angaben des Unternehmens Washington Service, das die Aktienverkäufe von Unternehmensinsidern untersucht, haben 2001 etliche Chefs führender Technologieunternehmen große Stückzahlen an Aktien verkauft. Anders als in Deutschland müssen in den USA sämtliche "Insider-Verkäufe" unverzüglich öffentlich gemacht werden.
Zu den Großverkäufern gehört auch Oracle-Gründer Larry Ellison. Er verkaufte im Januar 2001 Aktien sowie Aktienoptionen im Wert von 895 Millionen Dollar. Davor hatte Ellison zuletzt 1996 Anteile veräußert.
Ein weiterer Top-Manager, der sich im großen Stil von Anteilen getrennt hat, ist Washington Service zufolge Thomas Siebel, Gründer der Firma Siebel Systems. Er verkaufte Aktien im Wert von 377 Millionen Dollar. Auch der Gründer von Siebels Konkurrent Peoplesoft, David Duffield, erleichterte sein Portfolio um ein Peoplesoftpaket von 205 Millionen Dollar. In der Liste der Verkäufer belegt Bill Gates in diesem Jahr den ersten Platz, Larry Ellison besetzt Platz drei.
Insiderverkäufe gingen insgesamt zurück
Lou Gerstner von IBM stieß Papiere für 143 Millionen Dollar ab - und kommt damit nicht einmal in die Top 20 der größten Insider-Verkäufe. Auch Michael Dell verkaufte "nur" Anteile im Wert von 255 Millionen - nach den Terroranschlägen vom 11. September hatte Dell zudem für 71,9 Millionen Dollar Aktien seines eigenen Unternehmens zurückgekauft. Cisco-CEO John Chambers sowie Gateway-Chef Theodore Waitt, die 2000 noch zu den größten Verkäufern gehörten, warfen in diesem Jahr keine Papiere auf den Markt und fehlen auf der Liste.
Auf den gesamten US-Markt gerechnet ging das Volumen an Insiderverkäufen in 2001 um fast die Hälfte zurück. Im abgelaufenen Jahr lag das Gesamtvolumen bei 38,8 Milliarden Dollar.