Aktionärsklage: EM.TV soll freiwillig zahlen - DER SPIEGEL
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Aktionärsklage EM.TV soll freiwillig zahlen

Die Tübinger Anwaltskanzlei, die die Ansprüche geschädigter Aktionäre gegen die EM.TV vertritt, will sich mit dem Unternehmen möglichst außergerichtlich einigen. Wenn das nicht klappt, will sie Klage erheben.
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Frankfurt - Dies sei für die Aktionäre von EM.TV die beste und günstigste Lösung, erklärten die beiden Rechtsanwälte Dietmar Kälberer und Andreas W. Tilp am Montag auf einer Pressekonferenz. Sollte dieser Vorschlag von EM.TV jedoch abgelehnt werden, werde es zu einer Klage kommen. Der Schaden sei bislang noch nicht abzuschätzen, erklärte Kälberer. Die Kanzlei habe bislang 900 Anfragen zum Fall EM.TV bekommen und auch schon einige Mandate erhalten.

Bei den Anfragen handele es sich sowohl um "Klein- und Kleinstanleger", bei denen sich der Streitwert auf 10.000 Mark belaufe, als auch um Anleger, bei denen die Schäden in die Millionenhöhe gingen. Insgesamt könnte das Schadensvolumen zwei bis dreistellige Millionenträge erreichen, schätzt Tilp.

Tilp & Kälberer habe EM.TV aufgefordert, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen sowie auf eine Verjährung der Ansprüche zu verzichten. Dies habe EM.TV über ihre Anwälte abgelehnt. Die beiden Konsortialbanken des Unternehmens, unter ihnen die WestLB, hätten ebenfalls die Auskunft verweigert.

Auf Grund der hohen Prozesskosten und der möglichen langen Prozessdauer sei jedoch damit zu rechnen, dass 90 bis 95 Prozent auf eine Klage verzichten würden, sagte Tilp. Zudem verfüge nur etwa die Hälfte der Aktionäre, die sich an die Kanzlei gewendet hätten, über eine Rechtschutzversicherung.

Für diejenigen, die trotzdem gegen das Unternehmen klagen wollten, habe die Kanzlei eine Vereinbarung mit dem Berliner Prozessfinanzierer Foris getroffen. Zu diesem Zwecke solle ein Fonds gebildet werden, an den die Aktionäre ihre Ansprüche treuhänderisch abtreten. Rechtsträger dieses Fonds und Prozessbevollmächtigter werde ein Anwalt von Tilp & Kälberer, hieß es.