Aktionärsschützer: Aufschub "absolut richtig" - DER SPIEGEL
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Aktionärsschützer Aufschub "absolut richtig"

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Frankfurt am Main - Die Verschiebung der Börsenfusion Frankfurt/London ist nach Meinung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) eine "absolut richtige Entscheidung". Eine einseitige Zustimmung der Deutschen Börse hätte allen übrigen Partnern in Europa und damit denkbaren Alternativen "die Tür zugeschlagen", sagte der hessische DSW-Geschäftsführer Klaus Nieding am Montag.

Nachdem bereits in London die Zustimmung ausgesetzt worden sei, wäre Frankfurt unnötig in Zugzwang geraten. Mit dem Übernahmeangebot der schwedischen OM Gruppen im Rücken hätte die London Stock Exchange (LSE) die Frankfurter Börse ständig mit Nachbesserungen konfrontieren können. Vor allem hätte die Gefahr bestanden, dass nicht nur die Dax- Titel, sondern auch der Neue Markt in Richtung Themse abgerutscht wäre.

Allein die Verlagerung der 30 Dax-Werte sei laut Nieding mit einem Liquiditätsabzug von 70 bis 80 Prozent zu veranschlagen. Die Folgen für die nachfolgenden 70 M-Dax-Werte seien damit kaum abzuschätzen. Bei zu geringer Liquidität in Frankfurt steige aber die Gefahr feindlicher Übernahmen immens.

Nach Einschätzung von Jürgen Kurz der DSW ist die Verzögerung auch für die Privatanleger gar nicht so schlecht. Jetzt sollte die Chance genutzt werden, europäische Mindeststandards im Aktienrecht zu entwickeln und eine europäische Aufsichtsbehörde ins Leben zu rufen.