Aktionärsschützer: Die größten Börsen-Flops - DER SPIEGEL
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Aktionärsschützer Die größten Börsen-Flops

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat eine Liste mit den schlechtesten Aktien der vergangenen Jahre aufgestellt. EM.TV und Holzmann sind auf den vorderen Plätzen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Die Aktionärsschützer sparten nicht mir Kritik. Zu den dramatischen Kursverlusten am Neuen Markt hätten viele Unternehmen selbst kräftig beigetragen: mit Missmanagement, mangelnder Prognosefähigkeit, schlecht funktionierenden Kontrollorganen und einer insgesamt miserablen Informationspolitik.

DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker wies auch darauf hin, dass die Zeit bis zur ersten Gewinnwarnung immer kürzer werde. "Den traurigen Rekord hält hier AdPepper. Nach gerade einmal vier Wochen Börsenzugehörigkeit musste das Unternehmen die erste Gewinnwarnung herausgeben."

Hocker kündigte an, dass sich die Aktionärsschützer verstärkt auf Hauptversammlungen zu Wort melden werden. 2001 sollen sich erstmals auf mehr als 1000 Hauptversammlungen DSW-Sprecher zu Wort melden. Die Liste der schlechtesten Aktien, die nun zum vierten Mal veröffentlicht wird, dient dabei als Mittel, um die Vorstände in Erklärungsnot zu bringen.

Bei den schlechtesten Aktien am Neuen Markt führt Infomatec, deren Aktionäre im Jahr 2000 mehr als 96 Prozent ihres Kapitals verloren haben. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Teles und Micrologica, EM.TV belegte Platz elf der schlechtesten Werte.

Auch am geregelten Markt ging es für einige Unternehmen dramatisch abwärts. Wer Ende 1995 eine Aktie der Stolberger Telecom (vormals Stolberger Zink) gekauft hat, musste bis Ende 2000 einen Wertverlust von rund 60 Prozent hinnehmen. Ähnlich schlecht erging es Aktionären von Steucon Immobilien, Plettac und der angeschlagenen Baufirma Philipp Holzmann.