Aktionärsschützer fordern "Weg mit EM.TV"
Konsequenzen müsse auch die WestLB als EM.TV-Konsortialbank ziehen, sagte DSW-Geschäftsführer Klaus Nieding der "Berliner Zeitung". Sie solle sich zur Wahrung der Aktienkultur von EM.TV und von Firmenchef Thomas Haffa distanzieren. Zudem müsse der EM.TV-Aufsichtsrat prüfen, ob Haffa noch im Amt zu halten sei. Dieser habe seine Glaubwürdigkeit endgültig verspielt. Anfang der Woche hatte der Haffa zugegeben, ohne Zustimmung der Banken im letzten Februar 200.000 Aktien seines Unternehmens früher als erlaubt verkauft zu haben.
Die Deutsche Börse müsse darauf drängen, dass Verträge zwischen Unternehmen und ihren Konsortialbanken eingehalten würden, fordert die DSW. Sie solle daher über einen "Rausschmiss von EM.TV aus dem Marktsegment" nachdenken.
Um größeren Schaden von den Kleinaktionären abzuwenden, solle die EM.TV-Aktie jedoch nicht vollständig von der Börse verbannt werden. Sie könne im Amtlichen Handel notiert bleiben. "Mit einem kompletten Delisting würden wir den Aktionären keinen Gefallen tun", sagte DSW-Geschäftsführer Nieding.
Die DSW fordert außerdem, dass die Börse ihre Regeln für den Neuen Markt weiter verschärft. Auch nach Kapitalerhöhungen müsse es in Zukunft eine Haltefrist für die Aktien von Altinhabern - wie Haffa im Fall von EM.TV - geben.
Bislang sieht das Regelwerk für den Neuen Markt die so genannte Lock-up-Periode nur beim Börsengang vor. Sie verbietet Alt-Aktionären ein halbes Jahr lang den Verkauf ihrer Anteile. Diese Frist muss nach Ansicht der DSW verlängert werden.