Aktionärsschützer Klage gegen EM.TV wird geprüft
Berlin/München - Angesichts der Talfahrt des Kurses bei der EM.TV-Aktie prüft die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) mögliche Haftungsansprüche. "Momentan recherchieren wir, wie und gegen wen wir bei EM.TV vorgehen können", erklärt SdK-Vorsitzender Klaus Schneider gegenüber SPIEGEL ONLINE. Zuerst kommen die Emissions-Prospekte von der Kapitalerhöhung vor einem Jahr und der Wandelanleihe vom Anfang des Jahres unter die Lupe. "Außerdem werden wir untersuchen, wie weit die Analysen der Komsortialbanken rechtens gewesen sind", fügt Schneider hinzu. Konsortialbanken bei der Kapitalerhöhung und der Wandelanleihe waren die West LB Panmure und Merrill Lynych. Co-lead Manager waren die Deutsche Bank und J.P. Morgan.
Schneider räumt jedoch ein: "Oft stehen die Risiken eines Unternehmens auch in den Emissions-Prospekten. Doch die Kleinaktionäre lesen die Prospekte nicht." Dann aber wäre garantiert nichts zu machen.
Zuletzt war die SdK mit einer Klage gegen die Refugium Holding AG erfolgreich. Das Landgericht Bonn erklärte im MÄrz die Refugium-Geschäftsberichte aus den Jahren 1997 und 1998 für nichtig.
Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) hält momentan Klagen von Privatanlegern gegen EM.TV für wenig aussichtsreich. Im ARD-"Morgenmagazin" wies der Sprecher der Vereinigung, Jürgen Kurz, darauf hin, dass das deutsche Recht kaum das Einklagen eines individuellen Schadensersatzes ermögliche.