AKW-Pannenserie: Vattenfall-Europe-Chef gesteht Fehler ein - DER SPIEGEL
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AKW-Pannenserie Vattenfall-Europe-Chef gesteht Fehler ein

Mit einer selbstkritischen Rede hat der neue Vattenfall-Europe-Chef Hans-Jürgen Kramer sein Debüt auf der Hauptversammlung des Energiekonzerns gegeben: Er gab Fehler im Zusammenhang mit der AKW-Pannenserie zu und räumte auch eine gewisse Arroganz im Umgang mit den Kunden ein.
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Berlin - "Wir haben die Botschaft verstanden und die Lektion gelernt", sagte der neue Vorstandssprecher Hans-Jürgen Cramer heute auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Berlin. Aus den Erfahrungen mit den Störfällen ziehe das Unternehmen Konsequenzen. "Wir müssen die Sorgen und berechtigten Ängste der Menschen ernst nehmen." Cramer versprach, alles zu tun, um das Vertrauen in die Seriosität als Betreiber von Atomkraftwerken wieder herzustellen, etwa durch eine kontinuierliche Information der jeweiligen Kommunen und Kreise.

Der Vorstand gab auch gegenüber Kunden Versäumnisse zu. Die Stromkunden seien nicht ausreichend über anstehende Tarifänderungen informiert wurden. "Vielleicht waren wir gelegentlich zu selbstsicher", sagte Cramer. Aus Ärger über das Verhalten des Konzerns haben viele Stromkunden in der Hauptstadt und in Hamburg den Anbieter gewechselt. Zahlen wollte der Vorstand nicht nennen.

Indirekt jedoch lässt sich das Ausmaß der Kundenflucht am Umsatz im ersten Halbjahr 2007 ablesen. Das Betriebsergebnis hatte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent auf gut eine Milliarde Euro verringert.

Gewinnsteigerung wegen geringer Steuerzahlungen

Durch geringere Steuerzahlungen erzielte das Unternehmen mit 622 Millionen Euro allerdings ein höheres Ergebnis als im ersten Halbjahr 2006, in dem 572 Millionen Euro übrig geblieben waren. Cramer zufolge waren für das rückläufige Betriebsergebnis die Regulierung durch die Netzagentur, der milde Winter sowie gestiegene Kosten für den Strombezug aus der Ökostromförderung verantwortlich.

Mit 39,5 Terawattstunden (TWh) ging die Elektrizitätserzeugung um 3,2 TWh zurück. Der Stromverkauf an Endkunden verminderte sich von 24 TWh auf 21,8 TWh. Die Preise, die wir im Endkundenbereich erzielen können, sind weiterhin nicht kostendeckend", sagte Cramer. In den Halbjahreszahlen sind die Effekte der Kraftwerksstörfälle und des Streits um die Tarifänderungen noch nicht enthalten.

Von den Aktionären erntete der Vorstand auf der vermutlich letzten Hauptversammlung von Vattenfall Europe massive Kritik. Das Unternehmen gehört mehrheitlich zum schwedischen Vattenfall-Konzern, der die letzten freien Aktionäre derzeit im sogenannten Squeeze-out-Verfahren herauskauft. Verärgert zeigten sich die freien Aktionäre über die Informationspolitik des Konzerns sowie der aus ihrer Sicht zu geringen Ausschüttung für das abgelaufene Geschäftsjahr 2006.

mik/Reuters