Alarm in der Alpenmonarchie Liechtenstein - DER SPIEGEL
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Alarm in der Alpenmonarchie Liechtenstein

• aus DER SPIEGEL 3/2000
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Eingeklemmt zwischen der Schweiz und Österreich liegt ein Paradies für Steuerbetrüger - das Fürstentum Liechtenstein. Rund 230 Treuhandgesellschaften sorgen sich diskret um ihre Kundschaft, 13 Banken verwalten mehr als 120 Milliarden Mark, Verschwiegenheit ist Staatsdoktrin. Seit einigen Wochen herrscht jedoch Alarm in dem kleinen Land. Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat ein Dossier angelegt, vernichtendes Fazit: Liechtenstein sei eine kriminelle Hochburg internationaler Gangster geworden. Kolumbianische Drogendealer und russische Mafiosi hätten dort im verschlafenen Rheintal eine gigantische Geldwaschanlage in Betrieb genommen. Geschützt werde das finstere Treiben, laut BND, durch ein »Geflecht aus Beziehungen von hohen Beamten, Richtern, Politikern, Bankdirektoren und Anlageberatern«. Anonyme Hinweise auf mögliche Kontakte zur Mafia gibt es in Vaduz bereits seit fast drei Jahren. Vielen Politikern war das bekannt. Staatsoberhaupt Fürst Hans-Adam II., 54, wurde nicht informiert. Der bei seinen 32 000 Untertanen populäre Ökonom steht seit zehn Jahren an der Spitze der demokratischen Alpenmonarchie. Er führte das Land in die Uno und hat erheblichen Einfluss auf die Staatsgeschäfte - nicht immer zum Gefallen der Regierung.

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