Aldi contra Wal-Mart: Preiskrieg der Billig-Riesen - DER SPIEGEL
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Aldi contra Wal-Mart Preiskrieg der Billig-Riesen

Die Discount-Märkte gehen mit Kampfpreisen aufeinander los. Jetzt soll Aldi eine Reihe von Artikeln nochmals um ein Viertel heruntergesetzt haben. Der übrige Handel fürchtet nun einen branchenweiten Preiskrieg.
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Frankfurt - Aldi reagiere damit auf Sonderangebote des amerikanischen Konkurrenten "Wal-Mart", berichtete die "Lebensmittel-Zeitung". Auch die Discount-Kette Lidl habe deutliche Abschläge vorgenommen. Wal-Mart hatte Mitte Mai das "Smart-Programm" gestartet und in seinen rund 95 deutschen Märkten Produkte unter dem Preisniveau von Aldi angeboten.

Schon bei den "Smart"-Preisen hatte sich das Bundeskartellamt eingeschaltet. Im Handel war der Verdacht laut geworden, dass diese Preise unter Einstandspreis angeboten wurden. Der US-Konzern soll also weniger von den Kunden verlangen, als er selbst bezahlt. Solche Angebote sind nach deutschem Kartellrecht unzulässig. Die noch niedrigeren Preise von Aldi und Lidl werden demnach auch von den Wettbewerbshütern untersucht werden.

Als direkte Antwort auf Wal-Mart wird Aldi beispielsweise das Kilogramm Mehl auf 39 Pfennig verbilligen. Der Einstandspreis großer Handelsunternehmen wie Metro, Rewe und anderer liegt für dieses Produkt zwischen 44 und 52 Pfennig.

Unter die Smart-Preise setzt sich Aldi auch bei Milch. Die H-Vollmilch wird von 95 auf 89 Pfennig gesenkt, die fettarme H-Milch fällt von 79 auf 75 Pfennig. Aldi senkt ferner den Preis für das Kilogramm Zucker um 10 Pfennig auf 1,59 Mark. Parallel zu den Preissenkungen von Grundnahrungsmitteln verringert Aldi den Cola-Preis um zehn auf 29 Pfennig.

Eine von Wal-Mart gestreute Preisliste im Düsseldorfer Raum mit der Aufschrift "Warum für diese Produkte zu Aldi gehen? - Wir sind günstiger!!!" brachte laut "Lebensmittel-Zeitung" das Fass zum Überlaufen. Jetzt komme das, was viele befürchtet haben: "Aldi wird aus allen Rohren schießen." Aldi sei bereit, mehrere 100 Millionen Mark in die Preise zu stecken, wenn Marktanteile und Reputation gefährdet sind.

Den drohenden Preiskrieg der Billig-Riesen verfolgt die Konkurrenz mit Sorge: Rewe-Warenvorstand Otto Kalmbach sagte dazu: "Smart-Preise und Plus-Purzelpreise zeigen, dass einige Wettbewerber im Kampf um den Kunden nach wie vor den Preis ohne Rücksicht auf Verluste in den Fokus stellen."

1999 hatte der deutschen Lebensmittelhandel nach Berechnungen des Chefs der Allgemeinen Handelsgesellschaft der Verbraucher (AVA), Kurt Lindemann, durch Preiskämpfe etwa eine Milliarde Mark verpulvert. Sogar der größte deutsche Einzelhändler Metro hat Angst vor einem weiteren Preiskrieg. Allein bei H-Milch hätte ein Gleichziehen mit Aldi auf ein volles Jahr gerechnet Subventionen von rund 40 Millionen Mark zur Folge, bei Zucker wären es etwa 8 Millionen Mark.