Aldi Umsätze wachsen, Profite schnellen empor
Essen/Mülheim - Wenn die ersten Pflichtveröffentlichung von Aldi-Regionalgesellschaften repräsentativ sind, schreibt die "Lebensmittel Zeitung", dann seien die Gewinne bei Aldi Nord im Geschäftsjahr 2001 geradezu explodiert. Das Fachblatt beruft sich auf die Jahresabschlüsse der vier Aldi-Regionalgesellschaften Beucha, Könnern, Scharbeutz und Weyhe, die bereits im Bundesanzeiger veröffentlicht wurden. Alle Gesellschaften seien profitabel und hätten ihre Umsätze um über zehn Prozent steigern können.
Die Gewinne der Gesellschaften seien um bis zu 13 Prozent gestiegen, schreibt die Zeitung. Die Umsatzrendite vor Steuern sei auf bis zu fünf Prozent geklettert und habe sich bei zwei der Gesellschaften mehr als verdoppelt. Bei den deutschen Lebensmittelhändlern insgesamt lag die Umsatzrendite im vergangenen Jahr dagegen bei 0,5 Prozent. Von 100 Euro Umsatz bleiben demnach unter dem Strich nur 50 Cent übrig.
Der von Aldi 2001 erreichte Vorsprung werde sich im laufenden Jahr voraussichtlich weiter vergrößern, schreibt die "Lebensmittel Zeitung". So sei die zum Jahresbeginn verkündigte Preissenkung bei den Verbrauchern sehr gut angekommen. Im ersten Halbjahr habe das Umsatzplus für Aldi bei zehn Prozent gelegen.
Die Zahl der bereits bekannten Jahresabschlüsse ist indes zu gering, um bereits wirklich verlässliche Aussagen über die Gesamtprofitabilität der Aldi-Gruppe zu ermöglichen. Insgesamt zählt allein die in Essen angesiedelte Aldi-Nord-Gruppe in Deutschland 35 Regionalgesellschaften, Aldi-Süd aus Mülheim bringt es auf 26. Weltweit setzten beide Gruppen zusammen im vergangenen Jahr nach Expertenschätzungen mehr als 30 Milliarden Euro um. Aldi veröffentlicht traditionell keine Gesamtzahlen.
Während das Geschäft bei Aldi boomt, hat der Einzelhandelsverband HDE seine Umsatzprognose für das kommende Jahr drastisch gesenkt. "Wir müssen unsere Prognose auf nominal Minus 0,5 Prozent zurücknehmen", sagte HDE-Präsident Hermann Franzen am Freitag. Noch im September war er für 2003 von einem leichten Umsatzplus von rund einem Prozent ausgegangen. Für das laufende Jahr erwartet der HDE weiter ein Umsatzminus von nominal 2,5 Prozent.
Franzen bestätigte, dass die Geschäfte nicht nur bei Aldi, sondern auch bei direkten Konkurrenten wie Lidl derzeit ausgesprochen gut laufen. "Die haben eine Konjunktur so gut wie noch nie in ihrer Geschichte", so der HDE-Präsident. Andere Firmen hätten indes "eine Konjunktur so schlecht wie noch nie".