Gerichtsprozess in München Staatsanwaltschaft fordert Haft für Alfons Schuhbeck
Alfons Schuhbeck beim Prozessbeginn in München
Foto: Sven Hoppe / dpaIm Prozess gegen den Starkoch Alfons Schuhbeck hat die Staatsanwaltschaft vier Jahre und zwei Monate Haft für den Angeklagten gefordert. Der Prozess habe bewiesen, dass Schuhbeck Steuern in Millionenhöhe hinterzogen habe, sagte Staatsanwältin Susanne Gehrke-Haibl in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht München I. Schuhbeck habe sich in 21 Fällen der schweren Steuerhinterziehung schuldig gemacht.
Gehrke-Haibl warf Schuhbeck vor, »sehr hohe kriminelle Energie« gezeigt zu haben. So habe er sich eigens ein Computerprogramm programmieren lassen, um die Kassen in einem seiner zwei Münchner Restaurants manipulieren zu können und habe auch hohe Geldbeträge aus den Kassen seines zweiten Restaurants entnommen. Strafmildernd für Schuhbeck spreche, dass er nach anfänglichem Zögern ein Geständnis abgelegt hat.
Für den mitangeklagten Mitarbeiter Schuhbecks, der diesem das Programm zur Kassenmanipulation geschrieben hat, forderte die Anklage eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren wegen Beihilfe.
Zunächst war offen, wie das Verfahren weitergehen könnte. Nach einer Pause sollte der Prozess mittags fortgesetzt werden. Ursprünglich waren für Donnerstag Plädoyers und auch das Urteil geplant.
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Schuhbeck steht seit Anfang Oktober vor Gericht. Er zeigte sich jedoch geständig und erklärte, er habe einiges falsch gemacht. »Wenn ich es ungeschehen machen könnte, würde ich es sofort tun«, hatte er am zweiten Prozesstag erklärt und hinzugefügt: »Ich stehe vor den Trümmern meines Lebenswerkes.«
Unabhängig von einem Urteil hat der Prozess bereits berufliche Konsequenzen für den TV-Koch gehabt, der schon im vergangenen Jahr Insolvenz für seine Betriebe angemeldet hatte: Der Bayerische Rundfunk (BR) hat Schuhbecks Kochsendungen wegen des Verhandlungsverlaufs vorerst aus dem TV-Programm genommen, wie der Sender einen Tag nach Schuhbecks erstem Geständnis mitgeteilt hatte. Aktuell seien zudem keine weiteren Produktionen geplant.
Am zweiten Prozesstag hatte Schuhbeck gesagt: »Wenn ich es ungeschehen machen könnte, würde ich es sofort tun«. Er fügte hinzu: »Ich stehe vor den Trümmern meines Lebenswerkes.«