Alitalia Kampf um die Existenz
Rom - Als Teil eines auf zwei Jahre angelegten Sanierungsplanes will die Fluggesellschaft in den nächsten zwei Jahren zunächst 3400 Arbeitsplätze streichen. Das beschloss der Aufsichtsrat des Unternehmens.
Die Gesellschaft, die sich zu 53 Prozent in Staatsbesitz befindet, war bereits vor den Terroranschlägen in den USA am 11. September angeschlagen und schrieb seit Jahren Verluste. Die Krise verschärfte sich nach den Anschlägen und einem schweren Flugzeugunglück auf dem Mailänder Flughafen im Oktober noch.
Die das Personal der Alitalia vertretenden Gewerkschaften kündigten unterdessen für den 3. Dezember einen Streik und Demonstrationen an. Sie zeigten sich enttäuscht von Gesprächen mit der Regierung über die Sanierung der Fluggesellschaft. Der Sanierungsplan sei eine Bestrafung der Belegschaft, hieß es. So fiel etwa der geplante Stellenabbau höher aus als erwartet.
Die italienische Regierung ist derweil Gerüchten über eine eventuelle Geschäftsauflösung der Fluggesellschaft entgegengetreten. Der Ministerrat sei sich bei einer Diskussionsrunde einig darüber gewesen, dass die Airline gerettet werden müsse, sagte der italienische Minister für Infrastruktur Pietro Lunardi: "Italien kann schließlich nicht zu einem Gipfeltreffen fahren, ohne eine staatliche Fluggesellschaft zu haben."
Die Alitalia soll laut Lunardi "definitiv neu strukturiert" werden, "weil es sinnlos wäre, einer Gesellschaft alle drei Jahre finanziell helfen zu müssen". Deshalb will der Minister jetzt zunächst den Krisenstatus für die Gesellschaft ausrufen, um staatliche Gelder freizumachen.
Unterdessen kündigte der Chef der privaten italienischen Fluggesellschaft Alpi Eagles an, sich mit 30 Prozent an der krisengeschüttelten Alitalia beteiligen zu wollen, berichtete das italienische Fernsehen.
Die Aktien der Alitalia waren am Donnerstag an den italienischen Börsen vom Handel ausgesetzt.