Alles Absicht: Greenspan enthüllt Greenspeak-Rätsel - DER SPIEGEL
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Alles Absicht Greenspan enthüllt Greenspeak-Rätsel

Manches Mal war er einfach nicht zu verstehen. Ex-Notenbankchef Alan Greenspan hat zu Amtszeiten gelegentlich so rätselhafte Redewendungen verwendet, dass keiner ihn verstand. Alles Absicht, enthüllt er nun. Selbst seine Frau habe Schwierigkeiten, "Greenspeak" zu deuten.
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New York - Anderthalb Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Amt hat Alan Greenspan ein langjähriges Rätsel gelöst. Er hat zugegeben, sein Publikum absichtlich aufs Glatteis geführt zu haben. "Wenn ich etwas gefragt wurde, worauf ich nicht antworten konnte oder wollte, bin ich in krude Satzkonstruktionen verfallen", sagte der als "Sphinx der Fed" bekannte 81-Jährige. Seine Zuhörer hätten dann gedacht, er habe etwas unglaublich tiefsinniges gesagt und damit ihre Frage beantwortet, erklärte Greenspan, der mehr als 18 Jahre lang an der Spitze der US-Notenbank stand.

Besonders bei Anhörungen im US-Kongress habe er jedes Wort auf die Goldwaage gelegt, da jede Äußerung - egal mit welcher Betonung - die Finanzmärkte bewegt hätte. Selbst seine Frau habe wegen der als "Greenspeak" bekannt gewordenen, gewundenden Sprache einen Heiratsantrag erst beim fünften Mal verstanden, scherzte er.

Für sein im September erscheinendes Buch kündigte Greenspan klare Worte zu Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie den neuen Staats- und Regierungschefs Großbritanniens und Frankreichs an, die er für ein schlagkräftiges Dreiergespann halte. Die Drei heckten einen großen Wurf aus, mit dem ein neues, dynamischeres Europa entstehen werde.

Besonders Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sei sehr smart, sehr französisch und seinen Äußerungen nach sehr pro-amerikanisch eingestellt. Das Buch soll unter dem Titel "The Age of Turbulence" im September in den USA erscheinen. Einen Großteil davon habe er in der Badewanne verfasst und dann von einem Assistenten abtippen lassen, sagte Greenspan.

ler/Reuters