Allianz-Chef Diekmann: Weiterer Jobabbau möglich - DER SPIEGEL
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Allianz-Chef Diekmann Weiterer Jobabbau möglich

Es ist erst ein paar Monate her, dass die Allianz den Abbau von 7500 Stellen verkündete. Mitarbeiter und Öffentlichkeit waren schockiert. Immerhin fährt die Versicherung Milliarden ein. Nun erklärte Vorstandschef Diekmann: Ein weiterer Stellenabbau sei nicht auszuschließen.
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München - "Zurzeit planen wir keinen weiteren Stellenabbau. Wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aber verschlechtern oder wenn durch die Gesundheitsreform weitere Einschnitte für die privaten Krankenversicherungen kommen, kann ich das ehrlicherweise nicht ausschließen", sagte Diekmann der "Bild".

Dem Verdacht, dass die Stellen ins Ausland verlegt werden, widersprach Diekmann allerdings. Zwar würden in etwa in Indien derzeit tatsächlich pro Monat 5000 neue Mitarbeiter eingestellt. Das liege jedoch daran, dass die Allianz dort jeden Monat in Indien 400.000 neue Kunden hinzugewinne.

Die heftigen Proteste seiner Mitarbeiter gegen den bereits verkündeten Jobabbau ließen ihn nicht unbeeindruckt, sagte Diekmann weiter. "Ich bekomme Briefe von Mitarbeiterkindern, in denen steht: ,Warum schmeißt du meinen Papa oder meine Mama raus? Das geht mir natürlich nah." Trotz des deutlichen Stellenabbaus beteiligten sich aber immer mehr Mitarbeiter als Aktionäre an ihrem Unternehmen. Laut Diekman sind bereits 15 Prozent der Aktionäre Allianz-Mitarbeiter.

Der Allianz-Konzern hat trotz eines bevorstehenden Rekordgewinns von sechs Milliarden Euro den Abbau von 7500 Arbeitsplätzen in Deutschland angekündigt. Die Konkurrenz habe mit billigeren Produkten und weniger Service in den letzten Jahren eine Millionen Kunden von der Allianz abgeworben, sagte Diekmann. Die Allianz müsse deshalb schlanker werden, erklärte Diekmann. Mitarbeiter und Aktionäre seien ihm gleichermaßen wichtig, "aber am wichtigsten ist mir eine zufriedene Kundschaft."

Den betroffenen Mitarbeitern biete die Allianz Abfindungen oder andere Jobs im Konzern an. Allein im Vertrieb suche die Allianz 1500 neue Mitarbeiter jährlich. Sein Unternehmen sei patriotisch, denn es habe seit der Wiedervereinigung 30 Milliarden Euro in Deutschland investiert, im letzten Jahr eine Milliarde Euro Steuern gezahlt und sich bewusst gegen eine Verlagerung der Zentrale ins Ausland entschieden.

ase/AP/Afp