Allianz: Der Riese will weiter wachsen - DER SPIEGEL
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Allianz Der Riese will weiter wachsen

Die Fusion mit der Dresdner Bank ist Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle nicht genug. Er hat schon weitere Übernahmekandidaten im Visier.
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München - "Das im letzten Jahr Erreichte stellt eine hervorragende Ausgangsbasis dar, um weiter gezielt zu expandieren", sagte Schulte-Noelle auf der Hauptversammlung des Finanzkonzern.

Übernahmen nach dem Dresdner-Bank-Modell in weiteren Ländern Europas schloss der Allianz-Chef jedoch "fürs Erste" aus. Der Kauf der drittgrößten deutschen Bank sei eine Antwort auf die spezifische Marktlage in Deutschland, wo die Rentenreform zu einem Boom in der privaten Altersvorsorge führe.

Details zu den weiteren Expansionsplänen nannte Schulte-Noelle nicht. Die Allianz   sieht aber vor allem im Lebensversicherungsgeschäft in den USA noch Nachholbedarf. Einen strategischen Vorteil habe sich der Konzern im vergangenen Jahr mit dem Börsengang in New York geschaffen, erläuterte Schulte-Noelle. "Nach der Notierung in den Vereinigten Staaten können wir unsere Aktie sehr viel leichter als Akquisitionswährung einsetzen", sagte er vor den Aktionären.

Durch die Übernahme der Dresdner Bank  , die noch von den europäischen Wettbewerbsbehörden genehmigt werden muss, entsteht der weltweit drittgrößte Finanzkonzern mit mehr als 20 Millionen Kunden in Deutschland und einem verwalteten Vermögen von rund einer Billion Euro. Bis zum Freitag läuft noch das Übernahmeangebot an die Dresdner-Aktionäre, die für je zehn eigene Anteilsscheine eine Allianz-Aktie und 200 Euro in bar erhalten.

Allianz-Finanzvorstand Paul Achleitner sagte, er sei zufrieden mit dem bisherigen Stand des Umtauschangebots. Konkrete Zahlen würden aber nicht vor Anfang nächster Woche genannt. Um die Übernahme wie geplant am 23. Juli abzuschließen, verzichte die Allianz daher in ihrem Übernahmeangebot auf den Vorbehalt, die Transaktion erst nach der Zustimmung der europäischen Wettbewerbsbehörden abzuwickeln. Eine solche "Vorfahrtsregelung" sei auch im EU-Fusionskontrollverfahren vorgesehen.

Schulte-Noelle warb vor seinen Aktionären für die Übernahme: Die Dresdner Bank eröffne der Allianz große Wachstumspotenziale im deutschen Markt für Altersvorsorge über Fonds, Aktien oder Lebensversicherungen. "Gemeinsam haben wir eine noch bessere Ausgangsposition, um die Chancen zu nutzen, die sich uns hier bieten. Und die sind enorm", sagte er.

Bei Fonds erwarte die Allianz bis 2004 ein jährliches Durchschnittswachstum von 17 Prozent in der Branche. Anlagen in Aktien würden voraussichtlich um 14 Prozent, Lebensversicherungen um neun Prozent steigen. Durch den Zukauf der Dresdner Bank erwarte die Allianz eine Verdreifachung des Lebensversicherungsgeschäfts in Deutschland bis 2006. "Und das ist konservativ gerechnet", so der Konzernchef.

Unzufrieden äußerte sich Schulte-Noelle allerdings zum Geschäft mit Industrieversicherungen, deren Rentabilität zu wünschen übrig lasse. Künftig werde dieses Geschäftsfeld zentral durch die Einheit "Allianz Global Risks" gesteuert, die zum 1. Januar 2002 gegründet werde.