Allianz-Konzern Dresdner Bank wird zweigeteilt
Hamburg - Die Initiative zur Teilung ist vom Vorstand der Dresdner Bank ausgegangen. Der Aufsichtsrat stimmte diesem Plan auf seiner heutigen Sitzung zu. Ziel ist es, unterhalb der Holding "Dresdner Bank Gruppe" zwei völlig eigenständige Banken zu etablieren: eine Bank für das Privatkundengeschäft und eine Investmentbank (große Firmenkunden, Kapitalmarktgeschäfte).
Mit diesem Schritt will sich der Mutterkonzern Allianz Informationen von manager-magazin.de zufolge auf die bevorstehende Konsolidierung in der deutschen Finanzwirtschaft vorbereiten. Denkbar seien sowohl Desinvestitionen, also etwa forcierte Verkaufsbemühungen der defizitären Investmentbank Dresdner Kleinwort, als auch Zukäufe.
So ist die Allianz angeblich an dem Kauf der Postbank interessiert, für die sich auch die Deutsche Bank , die Commerzbank und diverse ausländische Finanzinstitute interessieren. Favorit für den Erwerb der Postbank ist die Deutsche Bank, die, wie es heißt, das finanziell höchste Angebot abgeben könne.
Die Dresdner Bank ist schon lange das Sorgenkind der Allianz. So hat sich der operative Gewinn im Jahr 2007 gegenüber dem Vorjahr auf 710 Millionen Euro halbiert. Im Investmentbanking kam es sogar zu einem Debakel. Nach einem Gewinn im operativen Geschäft 2006 in Höhe von 549 Millionen Euro schrieb die Dresdner Kleinwort 2007 ein operatives Minus in Höhe von 659 Millionen Euro.
Auffällig war, dass Allianz-Chef Michael Diekmann auf der Bilanzpressekonferenz im Februar kein klares Bekenntnis zur Zukunft der Dresdner Bank abgegeben hat und entsprechenden Fragen ausgewichen war. Diekmann, der als Kursziel für die Allianz-Aktie 200 Euro gesetzt hat, steht unter dem Druck des Kapitalmarktes, das Problem Dresdner Bank endlich zu lösen. Zurzeit notiert die Allianz-Aktie bei rund 112 Euro.
Offen ist den Kreisen zufolge, wie lange die Marke "Dresdner Bank" überhaupt noch bestehen bleibt. So sei es denkbar, dass im Fall des Verkaufs der Firmenkundenbank das Privatkundengeschäft in die Allianz integriert werde. Nach einem möglichen Kauf der Postbank sei auch ein "unbelasteter" neuer Name möglich. Damit wäre dann auch das Ende der Dresdner Bank besiegelt, die 1872 in Dresden gegründet wurde.