Allianz: "Kosmetischer Gewinn, der viel kostet" - DER SPIEGEL
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Allianz "Kosmetischer Gewinn, der viel kostet"

Die Allianz konnte im ersten Halbjahr von einem immer stärkeren Interesse an Kapitalanlagen in Deutschland profitieren. Analysten kritisieren jedoch, dass das gute Ergebnis auf einmalige Veräußerungsgewinne zurückzuführen sei.
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München - Wie der Konzern am Mittwoch berichtete, wurde im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres eine deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerung erzielt. Der Halbjahresüberschuss kletterte um knapp 30 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz erhöhte sich um 15,5 Prozent auf 35,1 Milliarden Euro.

Grund für die positive Ertragsentwicklung sei das stark verbesserte Ergebnis aus Kapitalanlagen. Im größten Geschäftsbereich, der Schaden- und Unfallversicherung, wuchsen die Beitragseinnahmen den Angaben zufolge um 5,2 Prozent auf rund 20 Milliarden Euro. Dabei hätten sich in Europa die Preiserhöhungen in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung bemerkbar gemacht. In der Lebens- und Krankenversicherung stieg der Umsatz um 11,3 Prozent auf gut 15 Milliarden Euro.

Außerdem sei im ersten Halbjahr bereits ein Großteil der für das gesamte Jahr geplanten Veräußerungsgewinne verwirklicht worden, erklärte die Allianz. So hat die Allianz im Rahmen ihrer geplanten Beteiligungsreduzierungen auch Aktien der Deutschen Bank und ihrer Schwestergesellschaft Münchener Rück verkauft.

Laut Michael Heid von Sal. Oppenheim sei von dieser Seite im zweiten Halbjahr daher auch nicht mehr viel zu erwarten. "Es ist ein kosmetischer Gewinn, der viel kostet", sagt der Analyst weiter. Fraglich sei, ob es sinnvoll gewesen ist, bereits in diesem Jahr Kapitalanlagen abzustoßen. Denn schließlich habe die Regierung eine Steuerbefreiung auf solche Veräußerungsgewinne ab 2002 in Aussicht gestellt. Im aussagekräftigeren Prämienbereich lägen die Zahlen im Rahmen der Erwartungen.

Auf die Bekanntgabe der Halbjahreszahlen hat die Allianz-Aktie zunächst mit einem leichten Kursanstieg regiert, drehte dann aber ins Minus. Der Titel gab zum späten Nachmittag um knapp eineinhalb Prozent nach. "Das Halbjahresergebnis lag leicht über den Erwartungen einiger Analysten", sagte ein Münchner Versicherungsexperte. Allerdings seien die Zahlen bereits in dem Aktienkurs eingepreist, fügte er hinzu.