Allianz: Sun und Intel wollen kooperieren - DER SPIEGEL
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Allianz Sun und Intel wollen kooperieren

Intel ist ein wichtiger Etappensieg gegen den Rivalen AMD geglückt. Der Chipriese wird künftig auch den US-Computerkonzern Sun Microsystems beliefern, der bislang ausschließlich auf AMD-Prozessoren gesetzt hatte.
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San Francisco - Einer Vereinbarung beider Unternehmen zufolge werde Sun künftig auch Xeon-Chips des von Intel   neben den Prozessoren des Konkurrenten AMD   in seine Server einbauen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person dem. Das "Wall Street Journal" hatte gestern berichtet, eine Einigung zwischen Sun und Intel stehe kurz bevor. Sun Microsystems   hat für heute eine Pressekonferenz angekündigt, wollte aber keine Einzelheiten nennen. Eine Intel-Sprecherin lehnte einen Kommentar ab.

Der Verlust eines Teils der Sun-Aufträge wäre ein spürbarer Rückschlag für AMD, dessen Opteron-Chips Sun nach Angaben von Analysten wegen ihrer bis vor kurzem überlegenen Leistung in den letzten Jahren exklusiv in seinen Servern verwendet hatte. Nach Einschätzung des Analysten Sumit Dhanda von Banc of America Securities könnte AMD dadurch einen oder zwei Cent beim Jahresgewinn pro Aktie einbüßen. Für 2006 erwarten Experten für AMD im Schnitt 91 Cent Gewinn je Aktie. AMD musste in den vergangenen Monaten bereits die Geschäftserwartungen zurücknehmen.

Dhanda war derjenige, der die Nachricht von der neuen Allianz als erster veröffentlichte. Er schrieb bereits am vergangenen Freitag, erste Server von Sun mit Intel-Chips würden Ende 2007 auf den Markt kommen. Nach seiner Darstellung könnte sich Intel ein Viertel bis die Hälfte der AMD- Aufträge sichern. Dies würde auf einen Umsatz von 25 bis 50 Millionen Dollar im Jahre 2008 hinauslaufen.

Intel würde mit der Einigung den größten Neukunden gewinnen seit Apple im Jahr 2005 von IBM- auf Intel-Chips umstieg. Die US-Computerhersteller Dell  , Hewlett-Packard  -Packard und IBM   verkaufen alle bereits Geräte sowohl mit AMD- als auch mit Intel-Prozessoren.

Intel und Sun gehörten lange zu gegensätzlichen Lagern in der Computerbranche. Während Intel ein zentraler Verbündeter von Microsoft bei der Expansion des Betriebssystems Windows war, versuchte Sun jahrelang, sich als Alternative zum weltgrößten Softwarehersteller zu etablieren. Die Dominanz von Microsoft bei den PCs konnte Sun nicht kippen, sicherte sich aber mit seinem eigenen Betriebssystem Solaris eine starke Position bei Servern.

Computerhersteller hatten Intel in der Vergangenheit Rückstände in der technologischen Entwicklung vorgeworfen. Im Rahmen der Vereinbarung werde Intel auch daran arbeiten, das Sun-Betriebssystem Solaris für seine Xeon-Prozessoren zu optimieren, hieß es in den Kreisen.

mik/Reuters/dpa-AFX