Allianz: Warten auf 2002 - DER SPIEGEL
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Allianz Warten auf 2002

Die Allianz hat im vergangenen Jahr ihren Gewinn nach Steuern um knapp zwölf Prozent gesteigert. Bei dem Verkauf von Beteiligungen wartet der Versicherungskonzern auf Steuerfreiheit.
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München - Der Jahresüberschuss stieg um 47 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro (6,65 Milliarden Mark). Der Versicherungskonzern profitierte von der Reduzierung der Körperschaftsteuer in Deutschland von 40 auf 25 Prozent. Ohne diesen Sondereffekt wurde ein Anstieg um knapp zwölf Prozent auf gut 2,3 Milliarden Euro erzielt.

Mit diesem Plus lag die Allianz am unteren Rand der Analystenerwartungen, die einen Jahresüberschuss zwischen 2,32 Milliarden Euro und 2,73 Milliarden Euro erwartet hatten. Das Ergebnis vor Steuern habe sich um 0,1 Milliarden Euro auf 4,7 Milliarden Euro verschlechtert.

Das ist nach der Einschätzung von WestLB-Analyst Carsten Zielke jedoch nicht ausschlaggebend: "Die Allianz hätte das leicht mit Beteiligungsverkäufen ausgleichen können, aber sie wartet wohl lieber bis 2002, denn dann sind solche Verkäufe steuerfrei. Die Allianz hasst nichts mehr, als Steuern zu zahlen", sagte er. Der Versicherungskonzern verfügt über ein weitverzweigtes Beteiligungsportfolio, das er nach eigenen Angaben "aktiver managen" will.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr hat der Allianz-Vorstand dem Aufsichtsrat eine Dividendenerhöhung von 1,25 Euro auf 1,50 Euro je Aktie vorgeschlagen.

Im laufenden Geschäftsjahr erwartet die Allianz Gruppe beim bereinigten Jahresüberschuss eine Erhöhung um rund 13 Prozent gegenüber 2,3 Milliarden Euro. Beim Konzernumsatz wird ein Plus von gut fünf Prozent auf 72 Milliarden Euro angestrebt.

Den Ergebnisausblick werteten die Analysten als Zeichen für Zuversicht über weiteres Wachstum bei dem Versicherungsriesen. "Die Prognosen der Allianz sind immer konservativ, deshalb wird sie die 13 Prozent wahrscheinlich sogar übertreffen", sagte Rod Hinkel, Analyst bei der Investmentbank HSBC in London.

Offen ist der Ausgang der Verhandlungen zwischen Allianz und der Deutschen Bank bezüglich der Filialtochter Deutsche Bank 24. Die Allianz ist an dem Vertriebsnetz der Deutschen Bank 24 interessiert. Bankmitarbeiter hatten eine Vereinbarung schon für Ende vergangenen Jahres angekündigt.

Jüngste Aussagen von Deutsche Bank-Chef Rolf Breuer, dass auch andere europäische Versicherer an einer Kooperation mit Deutsche Bank 24 interessiert seien, werden von Analysten als Hinweis gewertet, dass die Verhandlungen mit der Allianz in Stocken geraten sind.