Alstom-Übernahme: Liebesgrüße aus Paris - DER SPIEGEL
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Alstom-Übernahme Liebesgrüße aus Paris

Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Nicolas Sarkozy hat eine Kehrtwende in seiner auf die Interessen Frankreichs ausgerichteten Industriepolitik vollzogen. Er lud den Siemens-Konzern ein, ein Angebot für den angeschlagenen französischen Konkurrenten Alstom abzugeben.
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Paris - "Ich habe in keiner Weise etwas gegen ein Abkommen zwischen Siemens   und Alstom  , aber wenn Siemens sich an Alstom beteiligen will, sollte es ein Angebot machen", sagte der französische Wirtschafts- und Finanzminister Nicolas Sarkozy am Mittwoch. Alle Einwände gegen eine Übernahme mochte Sarkozy allerdings doch nicht beiseite schieben: "Wenn Alstom nicht mehr da ist, gibt es nur noch Siemens und keinen Wettbewerb mehr", sagte er.

Alstom hatte eine Partnerschaft mit Siemens abgelehnt, dem ein Interesse an Teilen des Konzerns nachgesagt wird. Vor der Turbinenbereich und die Eisenbahnsparte, die unter anderem den französischen Schnellzug TGV baut, würden zu den Münchenern passen.

Sarkozy hatte sich zuletzt stets öffentlich gegen den Einstieg von Siemens bei Alstom ausgesprochen und eine rein französische Lösung für den angeschlagenen Industriekonzern ausgesprochen. Die deutsche Seite hatte den französischen Politiker deswegen wiederholt kritisiert.

Sarkozys Positionen seien "extrem nationalistisch", hatte etwa Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) jüngst laut Presseberichten vor Vertrauten gesagt. Seine Positionen im Falle Alstom belasten die deutsch-französische Zusammenarbeit, hieß es weiter.

Ähnlich äußerte sich DGB-Chef Michael Sommer. Es sei unakzeptabel, dass Paris zwar auf den Zusammenschluss von Unternehmen beider Länder zu europäischen Champions dränge, sich aber quer stelle, wenn ein deutsches Unternehmen dabei die Führung übernehmen wolle, sagte der Gewerkschafter. "Es darf keine Gesetzmäßigkeit werden, dass jedes Mal allein Frankreich seine Interessen durchsetzt", warnte Sommer.

Im Siemens-Konzern verhält man sich angesichts des überraschenden Kurswechsels von Srakozy abwartend: "Wir bleiben dabei, wir kommentieren das nicht", sagte ein Siemens-Sprecher am Dienstag in München.