Altersteilzeit bei VW: Mit 52 die Frührente - DER SPIEGEL
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Altersteilzeit bei VW Mit 52 die Frührente

Wer 1954 geboren wurde und in einem deutschen Volkswagen-Werk arbeitet, darf sich schon mal Gedanken über die Zeit nach dem Berufsleben machen. Die heute 52-jährigen und älteren Mitarbeiter dürfen sich für die Frührente melden - und mit 58 den Arbeitsplatz für immer verlassen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wolfsburg - Während die Bundesregierung das Rentenalter auf 67 hochsetzen will, können sich beim Autobauer Volkswagen mehr als 13.000 Mitarbeiter für die Frührente bewerben. VW und IG Metall einigten sich auf die Änderung des entsprechenden Tarifvertrages. Danach können sich nun Mitarbeiter des Jahrganges 1954 für die Altersteilzeit und Frührente melden - und 2010 in den Ruhestand gehen.

Grund für drastische Ausweitung des Altersteilzeit-Modells bei VW sind große Überkapazitäten bei dem Autobauer. So erhöht sich die Zahl der Berechtigten für die Altersteilzeit bei VW auf 13.300. Schon früher hatten 6.300 ältere Mitarbeiter Verträge für den Vorruhestand unterschrieben. VW geht davon aus, dass praktisch alle Betroffenen das Angebot nutzen werden.

Das VW-Management hatte einen Personalüberhang von mehreren tausend Mitarbeitern in den deutschen Werken festgestellt. Die Kapazitäten sind bei weitem nicht ausgelastet. Nach Angaben eines VW-Sprechers sind jetzt deshalb auch Beschäftigte der Jahrgänge 1952 bis 1954 berechtigt, Altersteilzeitverträge abzuschließen. Das Modell läuft über sieben Jahre. In dieser Zeit erhält der Beschäftigte VW 85 Prozent des Tarifgehaltes. VW zahlt 65 Prozent, die Bundesagentur für Arbeit 20 Prozent, wie die IG Metall mitteilte. Die Beschäftigten müssen aber nur die Hälfte der sieben Jahre noch arbeiten und verlassen den Arbeitsplatz im Alter von 58 Jahren und sechs Monaten. Dann erhalten sie weiter die 85 Prozent des Gehaltes, ehe sie mit 62 in den Ruhestand gehen.

Rentenabschläge werden ersetzt

Darüber hinaus ersetzt VW die Hälfte der Rentenabschläge, die durch den vorgezogenen Renteneintritt mit 62 statt 65 entstehen. Laut IG Metall fließt die Förderung der Bundesanstalt aber nur, wenn für den Frührentner ein Auszubildender übernommen wird.

Der niedersächsische IG-Metall-Chef Hartmut Meine forderte weitere Vereinbarungen dieser Art und eine Abkehr von den Plänen der Bundesregierung einer pauschalen Rente mit 67: Wer im Akkord arbeite, "kann das nicht bis 67 tun", zitierte ihn die "Hannoversche Allgemeine Zeitung".

kaz/AP