Altersvorsorge: Düstere Aussichten - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Altersvorsorge Düstere Aussichten

Ab 2011 werden die Aktienkurse stark unter Druck geraten. Dann nämlich - dass sagt Goldman Sachs voraus - werden die Aktiensparer im Rentenalter sein und ihrer Ersparnisse aufzehren
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Was der Rentenversicherung zunehmend Probleme bereitet, ist für die Börse gut ­ aber nur in diesem Jahrzehnt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Investmentbank Goldman Sachs über die demografische Entwicklung und ihre Folgen für den Kapitalmarkt.

Demnach werden bis 2010 die geburtenstarken Jahrgänge ihre private Altersvorsorge vor allem in Aktien anlegen. Japanische Pensionsfonds und Privatanleger werden in diesem Jahrzehnt Aktien im Wert von 2,1 Billionen Dollar kaufen; in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien wird das Investitionsvolumen 4,5 Billionen Dollar erreichen. Amerikaner werden weiterhin ihre private Altersvorsorge vorwiegend auf Aktien aufbauen, während britische Pensionsfonds in fest verzinsliche Werte umschichten und britische Aktien gegen ausländische tauschen.

Generell wird sich der Trend verstärken, dass weltweit die Anleger nicht mehr so stark Anteile an heimischen Firmen erwerben, sondern zunehmend ausländische Aktien kaufen. Ab 2011 aber werden die Aussichten düster, glaubt Goldman Sachs. Dann kommen die geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter und zehren ihre Ersparnisse auf. Die demografische Entwicklung wirke sich auch auf die Aktienkurse aus: Unternehmen auf japanischen und europäischen Absatzmärkten müssten mit schrumpfenden Gewinnen und einem "beträchtlichen Wettbewerbsdruck" rechnen, "da die Zahl der Verbraucher mit jedem Jahr sinkt".